Musikschule Überall ist „Jugend musiziert“

Lilian Fasenig nimmt mit ihrer  Klarinette und in Begleitung der Bietigheimer Musikschullehrerin Eva Janssen am Landeswettbewerb teil. Sie spielt am Donnerstag im Tanzsaal des Schlosses vor der Jury.
Lilian Fasenig nimmt mit ihrer Klarinette und in Begleitung der Bietigheimer Musikschullehrerin Eva Janssen am Landeswettbewerb teil. Sie spielt am Donnerstag im Tanzsaal des Schlosses vor der Jury. © Foto: Martin Kalb
Gabriele Szczegulski 14.03.2018

Alle 32 Klaviere und 16 Flügel stehen für den Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ bereit, sind gestimmt und warten darauf, eingesetzt zu werden. „Das war eine logistische Meisterleistung“, sagt Reimund Schiffer, Leiter der Musikschule Bietigheim-Bissingen und Ausrichter des Wettbewerbs, der vom Landesmusikrat Baden-Württemberg veranstaltet wird. Ab diesem Mittwoch und noch bis Sonntag, 18. März, musizieren 1700 Schüler aus dem ganzen Land, Sieger der Regionalwettbewerbe, um die Landesmeisterschaft und die Möglichkeit, zum Bundeswettbewerb zu gehen.

Seit Dezember vergangenen Jahres, so Schiffer, „mache ich nichts anderes, als den Landeswettbewerb vorzubereiten“. Dabei sei die Stadt zum Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ gekommen, „wie die Jungfrau zum Kinde“, sagt Schiffer. Nachdem 2014 die Musikschule den kleinen „Jugend jazzt“-Wettbewerb ausgerichtet habe, sei der Landesmusikrat „uns in den Ohren gelegen, den Landeswettbewerb ‚Jugend musiziert’ zum ersten Mal auszurichten.“ Als Chance, die Stadt als kulturellen Ort der Vielfalt zu präsentieren, sich „von der besten Seite zu zeigen“ habe auch der Gemeinderat die Ausrichtung gesehen. Und hat dafür 45 000 Euro in die Hand genommen, das ist der Eigenanteil des Ausrichters an den Gesamtkosten von 200 000 Euro. Zusätzlich, so Schiffer, habe der Gemeinderat 15 000 Euro für Werbemaßnahmen, Flyer und Öffentlichkeitsarbeit bewilligt.

Zudem haben Institutionen der Stadt und der an der Musikschule beteiligten Gemeinden ein Rahmenprogramm an Führungen und Sonderveranstaltungen ausgearbeitet, die in einer Broschüre zusammengefasst sind. „Wir erwarten insgesamt 4000 Menschen in der Stadt, Begleitpersonen der Schüler, und wollen diesen die Stadt und die Region zeigen“, sagt der Musikschulleiter. Dieses Rahmenprogramm ist kostenlos.

Zudem gibt es am Samstag von 11 bis 14 Uhr Straßenmusik von Ensembles der Musikschule Bietigheim-Bissingen, aber auch aus anderen Orten. „Wir wollen, dass Jugend musiziert sichtbar in der Stadt wird“, sagt Schiffer und betont, dass alle Wettbewerbe öffentlich sind. „Besucher sind nicht nur erwünscht, sondern sehr willkommen, auch in unserem Café, damit die Veranstaltung überall zu spüren ist“, sagt er.

Die Wettbewerbe finden in insgesamt 20 Räumen in Bietigheim-Bissingen, aber auch in Sachsenheim, Freudental, Löchgau, Ingersheim und Tamm statt, in den Gemeinden, die auch an der Musikschule Bietigheim-Bissingen beteiligt sind. An jedem Veranstaltungsort muss nicht nur ein Wertungsraum zur Verfügung stehen, sondern zwei Übungsräume für die Schüler und ein Jurorenraum. Und in allen drei Räumen muss ein Klavier oder Flügel stehen.

Mehr als 100 Juroren

120 Juroren werden rund um die Uhr von den Helfern der Musikschule betreut und verpflegt. 400 ehrenamtliche Helfer stehen Reimund Schiffer zur Seite. „Das hat mich sehr überrascht und gefreut, wie viele Musikschullehrer, Eltern und Schüler mithelfen“, sagt Schiffer, der sich ob der langfristigen Planung sicher fühlt, dass alles glatt läuft. „Aus Heidenheim, dem Ausrichter des Landeswettbewerbs im vergangenen Jahr, kam das Signal, dass sie das Ganze zu spät angegangen sind und deshalb in der Ausführung leichte Probleme hatten, das wollten wir von Anfang an vermeiden“, sagt Schiffer. Er ist aber auch dankbar, dass er von allen Seiten Rückenwind bekam: „Auch in den anderen Orten gab es nur positive Unterstützung.“

Im Schloss gibt es während der Wertungsspiele ein Café. Im Wettkampfbüro, ebenfalls im Schloss, laufen alle Fäden zusammen. Fünf Mitarbeiter des Landesmusikrates sind immer vor Ort. Dort kommen auch die Ergebnisse aus dem Wettbewerben an und werden zeitnah ins Internet gestellt. Besagte 16 Flügel und 32 Klaviere stehen in den Veranstaltungsräumen bereit. Teilweise, wie im Rathaus Ingersheim, waren sie vorhanden. Teilweise wurden die Klaviere der Musikschule verteilt. Der Rest der Tasteninstrumente wurde von Klavierhäusern aus der Region kostenlos zur Verfügung gestellt. An die 100 Stimmungen, so Reimund Schiffer, werden während der  fünf Wettbewerbstage organisiert, Klavierstimmer stehen die ganze Zeit parat.

24 Schüler aus der Musikschule

Von der Musikschule Bietigheim-Bissingen haben sich 24 Schüler für den Landeswettbewerb qualifiziert. „So viele wie noch nie, darauf sind wir sehr stolz“, so der Musikschulleiter. Die Wertungskategorien von „Jugend musiziert“ wechseln im Dreijahres-Turnus. „Das macht das Ganze spannend“, sagt Schiffer. Zum ersten Mal gibt es auch während des Wettbewerbs ein Konzert der Preisträger, am Samstag, 17. März, 19 Uhr, im Kronenzentrum. „Die Ausrichtung war eine Riesen-Herausforderung für uns, war aber auch reizvoll. Wir sind sehr stolz darauf, dass jetzt alles steht“, sagt Reimund Schiffer.

Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Bietigheim-Bissingen

An diesem Mittwoch, 14. März, beginnen um 10 Uhr die Wertungsspiele. An den folgenden Tagen, 15. bis 18. März, gehen die Wertungsspiele von 9.30 Uhr bis 19 Uhr.

Die Wettbewerbsorte sind in Bietigheim Bissingen: im Hans-Georg-Pflüger-Saal, im Rhythmiksaal und im Tanzsaal des Schlosses. Im Großen Saal des Kronenzentrums, im Trauzimmer des Bürgeramtes in der Löchgauer Straße, im Musiksaal der Realschule im Aurain, im Musiksaal der Schule im Sand, in der Friedenskirche, in der Pauluskirche, im Musiksaal der Realschule Bissingen und im Kilianshaus in Bissingen. In Sachsenheim im Kulturhaus sowie im Salon, im Haus der Musik und im Raum der Stille des Lichtenstern-Gymnasiums. In Freudental im Blauen Salon des Schlosses. In Löchgau im Musiksaal der Jaokb-Löffler-Schule. In Ingersheim im Ratssaal des Rathauses. In Tamm im Bürgersaal des Kulturzentrums.

Das Musikschul-Café im Orchestersaal des Schlosses hat von Donnerstag, 15. März, bis Sonntag, 18. März, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag, 17. März, gibt es von 11 bis 18 Uhr Straßenmuik vor dem Schloss, am Marktplatz und am Fräuleinsbrunnen von den Musikschulensmbles aus der Region.

Rahmenprogramm Kostenlose Führungen durch die Altstadt werden von Donnerstag bis Sonntag um 11 und um 17 Uhr angeboten. Führungen gibt es auch im Hornmoldhaus und in der Städtischen Galerie. Die Orgelbauwerkstatt von Freidrich Lieb in der Heilbronner Straße 181 öffnet am Freitag, 14 bis 17 Uhr, damit Besucher hinter die Kulissen schauen können. Die Geigenbauwerkstatt Michael Kaufmann, Schieringerstraße 16, öffnet am Samstag, 17. März, 14 bis 18 Uhr. In Löchgau gibt es am Sonntag, 18. März, einen Skulpturenrundgang, Treffpunkt ist in der Jakob-Löffler-Schule.  Eine Windrad-Führung in Kleiningersheim ist am Samstag, 17. März, 14 Uhr. Eine Kurzführung Kakao und Schokolade bietet das Stadtmuseum in Sachsenheim am Freitag, 16. März, 17 Uhr, und am Sonntag, 18. März, 15 Uhr, an. Alle Angebote sind kostenlos.

Ein Preisträgerkonzert gibt es am Samstag, 17. März, 19 Uhr, im Kronenzentrum. Eintrittskarten zu 10 Euro werden im Wettkampfbüro im Schloss und an der Abendkasse verkauft.

Die Wertungen der Wettbwerbe werden zeitnah online veröffentlicht. sz

www.lmr-bw.de

www.musikschule.bietigheim-bissingen.de

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