Gemeindewald Trockenheit macht dem Wald zu schaffen

Pleidelsheim / Günther Jungnickl 03.11.2018

Die anhaltende Trockenheit macht auch dem Wald zu schaffen, das berichteten Landratsamts-Fachbereichsleiterin Gundula Gmelin und Revierförster Jürgen Weis jetzt dem Gemeinderat. 180 Hektar Wald besitzt die Gemeinde Pleidelsheim: 115 Hektar im Hardtwald und dazu noch 65 Hektar ortsnah mit dem sogenannten „Pleidelsheimer Wäldle“.

Das laufende Jahr war gekennzeichnet durch einen extrem nassen Winter sowie zwei Stürmen im Januar und einer anhaltenden Trockenheit, die bereits im Frühjahr begann und sich bis heute fortgesetzt hat. Beides habe dem Wald nicht gutgetan, nur die Laubholzpreise haben noch gestimmt. Denn die Januarstürme haben die Fichtenbestände reduziert und dafür gesorgt, dass der Borkenkäfer sich ausbreiten konnte – vor allem im „Pleidelsheimer Wäldle“. Und auch das Eschensterben geht ungebremst weiter, berichtete Gundula Gmelin.

Das heißt, die Forstleute müssen besonders wachsam sein, was vor allem Sicherheitsaspekten an Straßen und Wegen gilt. Deshalb sollen auch die Eschen durch Eichen ersetzt werden. Dass der heiße und trockene Sommer jetzt ebenfalls dem Wald zu schaffen macht, kommt nicht von ungefähr und vor allem die Buchenbestände im Gegensatz zu den Eichen leiden darunter. Die Welt rede längst vom Klimawandel und in diesem Jahr scheint es so, dass er nicht mehr aufzuhalten ist.

Deshalb will Revierförster Jürgen Weis im kommenden Jahr einen Versuch mit der Anpflanzung von 200 Stück Baumhasel starten. Diese Bäume stammen aus Ostanatolien, vertragen viel Hitze und ihr Holz ist begehrt. Auch Zedern anzupflanzen, könnte laut Gmelin eine Option sein. Doch Weis plant derzeit lediglich noch die Neupflanzung von 550 Rotbuchen vor. „Denn“, so der Forstmann, „wir kommen leider klimatisch an eine Grenze“.

2019 sieht Weis den Verkauf von rund 530 Festmetern Holz vor, damit soll vor allem die Brennholzversorgung gesichert werden. Bei den edleren Hölzern will Weis jedoch auf die jeweilige Marktentwicklung reagieren. Der Holzeinschlag in diesem Winter soll auf alle Fälle „je nach Laubbehang“ erfolgen. Dass voraussichtlich im Jahr 2019 bei Einnahmen von 32 300 Euro und Ausgaben von 37 480 Euro ein Minus von gut 5000 Euro entsteht, nimmt zumindest Christel Staudenmaier (WIR-Fraktion) nicht übel: „Denn schließlich hat der Wald eine wichtige Naherholungsfunktion für unsere Bürger.“

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