Reisetrends, die auf der am kommenden Samstag in Stuttgart beginnenden Urlaubsmesse CMT aufhorchen lassen, sind 2020 wohl nicht zu erwarten. Sonne satt, Sandstrand, All inclusive und Billigflüge sind nach wie vor bei vielen Urlaubern der favorisierte Mix für die schönsten Wochen des Jahres. Das ist nicht nur von großen Reiseveranstaltern zu hören, sondern wird von Reisebüros vor Ort bestätigt.

Die beliebtesten Reiseländer sind seit Jahren die gleichen. Länder, die aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen abgerutscht waren, kehren auf ihre Spitzenplätze zurück: „Die Türkei kommt wieder stärker“, stellt Dieter Heinzmann vom Reisebüro Baur in Bietigheim-Bissingen fest. „Auch Griechenland wird wieder stärker nachgefragt.“ Als drittes Reiseziel, für das die Buchungen gut laufen, nennt der Reiseexperte Spanien. Nach Neuigkeiten gefragt, antwortet er: „Die Welt ändert sich nicht so schnell.“

Ähnliche Beobachtungen macht Nicola Vogel vom Reisebüro am Eck in der Bietigheimer Altstadt: „Die klassischen Badedestinationen gehen immer.“ Unter denen befindet sich weiterhin Mallorca, trotz des Imagewechsels, den die Regierung dem Ballermann verordnet hat. Doch die Klassiker bleiben nicht konkurrenzlos: Im Wettbewerb um deutsche Pauschaltouristen mischen sich zunehmend Balkanstaaten ein. Reiseexpertin Vogel nennt als Beispiel Montenegro an der südlichen Adriaküste. „Die Kunden sind schon bereit, neue Ecken zu entdecken“, sagt sie.

Dass moderne Vier-Sterne-Hotels vergleichsweise günstige Pauschalangebote haben, dürfte ein Lockmittel ins unbekannte Reiseland sein. Aufgeschlossene Kunden bekommen von ihr nicht die Klassiker, sondern exotische Reiseziele vorgeschlagen. Als Beispiel nennt sie Bhutan am östlichen Rand des Himalayas, Ruanda in Ostafrika und die Kap-Verdischen Inseln vor der Nordwestküste Afrikas.

Vogel betont, dass sie „sehr optimistisch“ auf das neue Reisejahr blicke. Das hat seinen Grund. Schlechte Nachrichten haben der Reisebranche 2019 die Stimmung getrübt: Flugreisen wurden wegen des CO2-Ausstoßes gegeißelt. Das Wort Flugscham kam auf. Rußende Kreuzfahrtschiffe kamen in die Kritik ebenso wie Touristenschwärme, die historische Orte zu lärmenden Freizeitparks machen. Die Thomas-Cook-Pleite setzte im vergangenen Jahr den Höhepunkt, der zusammen mit dem Klimawandel hätte einen Wandel im Reiseverhalten bringen können. Doch in den meisten Buchungen ist dieser nicht zu spüren. „Wenn etwas passiert, ist das spätestens nach einem Monat wieder vergessen“, stellt Heinzmann fest.

Nicola Vogel berichtet Gleiches: „Die Cook-Pleite war kurz in aller Munde. Aber das war es.“ Doch immerhin: „Mancher Kunde fragt jetzt nach einer Insolvenzversicherung.“ In der Beratung stellt sie durchaus fest, dass Interessierte an einer Buchung ins Grübeln gekommen sind und ihr Reiseverhalten überdenken. Nachhaltig Urlaub zu machen, das sei ein Wunsch, der von Kunden früher nicht geäußert worden sei. Radfahren oder gar Wandern statt Fliegen – nur sehr wenige stellen ihre Urlaubsaktivitäten allerdings so radikal um. Die Zahl innerdeutscher Buchungen wächst. Das Allgäu, der Bodensee, die Mark Brandenburg oder die Ostsee sind naheliegende Ziele, die für immer mehr Urlauber, insbesondere junge Familien, ebenfalls Entspannung verheißen. Das werten die Reiseexperten als Indiz, dass etwas in Bewegung gekommen ist.

Nicht von der Stange

Heinzmann bestätigt das zwar, sieht aber auch, dass in der Mehrheit die Suche nach Schnäppchen die Reiseplanung bestimmt. „Kunden vermitteln manchmal das Gefühl, ein Euro mehr, und sie können nicht mehr schlafen.“ Viel mehr freuen ihn Kunden, die nicht von der Stange buchen wollen, sondern es individueller haben möchten und dafür die Erfahrung und das Wissen in einem Reisebüro in Anspruch nehmen. „Wenn wir ihnen einen Reiseführer vor Ort vermitteln können, den wir namentlich kennen, dann sind sie schon sehr beeindruckt“, freut er sich.

Überschrift Infokasten einzeilig


Das 3B-Land um die Städte Bönnigheim, Besigheim und Bietigheim-Bissingen präsentiert sich bei der CMT in Stuttgart mit einem neuen Standkonzept. Gemeinsam mit den Städten Eppingen und Bruchsal präsentiert sich das 3B-Land von Samstag, 11., bis Sonntag, 19. Januar, zusammen mit dem Kraichgau-Stromberg-Tourismus in der Baden-Württemberg-Halle 6 der Landesmesse am Stuttgarter Flughafen. Auf einer Fläche von 80 Quadratmetern nimmt jeder der vier Tourismuspartner eine Ecke ein.

Gemeinsam werben die Städte für eine umfangreiche Angebotspalette zwischen Rhein und Neckar. Am Stand gibt es mehr zu entdecken als noch im vergangenen Jahr. Denn seit Jahresbeginn gehören Gemmrigheim und Mundelsheim ebenfalls zur Tourismuskooperation. Neben den drei namensgebenden Kommunen sind es mit Erligheim, Freudental, Kirchheim, Löchgau und Walheim nun mehr zehn Städte und Gemeinden, die zum 3B-Land gehören.

Mit dem Reisebegleiter präsentiert das 3B-Tourismus-Team wieder seine 76 Seiten umfassende Broschüre, die das gesamte touristische Angebot der 3B-Region abbildet. Die Themen Radfahren und Wandern, Fachwerk, Kunst und natürlich Genuss stehen beim Messeauftritt ebenfalls im Fokus. Beworben werden zudem die beiden Wein- und Wanderevents „Weinige Schifffahrt“ am 21. Juni und „Wein-Höhepunkte“ am 16. August. Die beiden Weingenossenschaften der Region, die Weingärtnergenossenschaft Stromberg-Zabergäu (am 16. und 17. Januar), die Felsengartenkellerei Besigheim (am 18. und 19. Januar), die Bietigheim-Bissinger Weingüter Stephan Muck am 13. Januar und Roland Vollmer am 15. Januar laden zum Probieren am Weinfass ein. Das Schwäbische Schnapsmuseum ist am Eröffnungstag und die Brennerei Pfarrhausgeischtle aus Bietigheim-Bissingen am 14. Januar am Messestand vertreten.

Zu finden ist der Stand des 3B-Land auf der CMT  in der Zeit vom 11. bis 19. Januar in Halle 6 am Stand Nr. 6 F 36. Die CMT mit mehr als 2100 Ausstellern bietet Urlaubsideen, Reiseziele aus der ganzen Welt, eine große Neuheiten-Schau für Camping und Caravaning zum Saisonstart und ein touristisches Unterhaltungsprogramm. Sonderreisethemen wie Fahrrad, Golf, Wellness, Kreuzfahrt und Schiffsreisen werden an den Wochenenden in eigenen Ausstellungsbereichen präsentiert. uro