Energie Thema Windrad: Alle an einen Tisch

Aus Landschaftsschutzgründen will der Freudentaler Gemeinderat keine Windräder auf der "Hohen Reute" in Hohenhaslach.
Aus Landschaftsschutzgründen will der Freudentaler Gemeinderat keine Windräder auf der "Hohen Reute" in Hohenhaslach. © Foto: Helmut Pangerl
Freudental / MIRIAM STAUDACHER 20.09.2013
Verwaltung und Gemeinderat in Freudental beschäftigen sich mit der Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung von Windenergie. Bei einer Bürgerversammlung sollen alle an einem Tisch kommen.

. So kompliziert der Titel des ersten Tagesordnungspunktes war, so einfach war die Beschlusslage zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Mittwoch: "Es erfolgt heute keine Beschlussfassung, sondern wir möchten heute die Bürger über den Sachstand des Verfahrens informieren", leitete Bürgermeister Alexander Fleig seine Ausführungen ein. Es ging um die "Teilfortschreibung des Regionalplans für die Region Stuttgart zur Festlegung von Vorranggebieten für die Nutzung der Windenergie". Gemäß Landesplanungsgesetz werden daran die Kommunen beteiligt. Fleig rief zu einer sachlichen Diskussion auf: "Ich weiß, dass das Thema Windkraft im Ort kontrovers diskutiert wird, und wir wollen, dass alle unterschiedlichen Standpunkte, also Gegner und Befürworter von Windenergieanlagen, zu Gehör kommen."

Befürworter potenzieller Anlagen hätten die Errichtung einer solchen auf dem Gebiet "Hohe Reute" nordöstlich von Hohenhaslach, zu dem Freudental als benachbarte Kommune angehört wurde, begrüßt, jedoch hat der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung vom 10. Juli beschlossen, eben dieses Vorranggebiet im Rahmen der Teilfortschreibung des Regionalplans aufzuheben, da es im Landschaftsschutzgebiet liegt und für dieses Gebiet kein Änderungsverfahren in Aussicht gestellt werden könne.

Diese Tatsache nahmen die Windkraftgegner auf den Besucherplätzen im Ratssaal mit Wohlwollen zur Kenntnis, die Befürworter hingegen sehen dem nächsten Verfahrensschritt vermutlich mit Spannung entgegen. Bürgermeister Fleig wies darauf hin, dass Kommunen selbst Vorranggebiete vorschlagen können. Und in Bönnigheim setze sich die Energiegenossenschaft Bönnigheim für das Gebiet "Rothenberg/Saukopf" ein. Die Stadt Bönnigheim hatte in der ersten Anhörungsrunde dieses neue Vorranggebiet vorgeschlagen, die Verwaltung des Verbands hat sich jedoch dafür ausgesprochen, den Standort nicht aufzunehmen. Der Planungsausschuss ist dem Vorschlag nicht gefolgt und hat beschlossen, das Vorranggebiet zu untersuchen. Das beinhaltet auch die Anhörung der benachbarten Kommunen. Fleig warnte in diesem Zusammenhang vor Polemik bei der Diskussion: "Wir als angrenzende Kommune haben jetzt Zeit, bis Mitte November eine Stellungnahme zu dem Gebiet abzugeben."

Vor einer Beschlussfassung durch den Freudentaler Gemeinderat soll umfassend informiert werden: "Aus diesem Grund soll eine Bürgerversammlung abgehalten werden, bei der alle Beteiligten, also die Fachbehörden, das Landratsamt, der BUND, die Energiegenossenschaft Bönnigheim und die Gegner, beispielsweise die in Gründung befindliche Bürgerinitiative Stromberg-Heuchelberg, an einem Tisch sitzen", formulierte Fleig.

Beim anschließenden Tagesordnungspunkt Teilfortschreibung des Flächennutzungsplans der Stadt Sachsenheim um den "Fachplan Windkraft" erläuterte Alexander Fleig dann anhand von Plänen eben jenes umstrittene Vorranggebiet "Hohe Reute" auf Sachsenheimer Gemarkung und verdeutlichte die Haltung Freudentals, nämlich Bedenken gegen die Ausweisung auszusprechen. Diesem Vorschlag stimmten alle zwölf Räte zu.

Info Die Bürgerversammlung zum Standort Rothenberg/Saukopf findet am Donnerstag, 17. Oktober, um 19 Uhr in der Schönenberghalle statt.