Tamm Tammer Friedhof: Urnengräber sind gefragt

Eine Urnenwand auf dem Tammer Friedhof. Die Nachfrage nach dieser Bestattungsart steigt weiter.
Eine Urnenwand auf dem Tammer Friedhof. Die Nachfrage nach dieser Bestattungsart steigt weiter. © Foto: Martin Kalb
MICHAELA GLEMSER 20.11.2015
In den vergangenen Jahren gab es in der Gemeinde Tamm immer mehr Urnenbeisetzungen. Die Gemeinderäte reagierten jetzt auf die verstärkte Nachfrage und stimmten einer baulichen Veränderung des Friedhofs zu.

Zwischen 75 und 90 Beisetzungen finden jährlich in der Gemeinde Tamm statt. Im Jahr 2003 waren 73 Prozent davon noch Körperbeisetzungen, im Jahr 2014 jedoch lag der Anteil dieser Bestattungen nur noch bei 38 Prozent, während die Urnenbeisetzungen mit 62 Prozent den Schwerpunkt darstellten. Dies zeigt sich auch bei der Belegung der Urnenwände, denn die neue Variante, in der 2013 erstmal eine Urnenbestattung stattfand, ist bereits zu Hälfte belegt. Es war daher notwendig, dass sich die Gemeinderäte Gedanken über eine Umgestaltung ihres Friedhofs machten, für den es schon lange Konzeptionen zu Veränderungen in der Schublade gab.

Die Fachleute eines Landschaftsarchitekturbüros haben nun eine neue Planung ausgearbeitet, die sich in unterschiedlichen Modulen verwirklichen lässt.

In einem ersten Bauabschnitt soll zunächst eine neue Wegeverbindung in geschwungener Linienführung vom Eingang in Richtung Westen entwickelt werden. Entlang dieses neuen Weges entstehen im Norden weitere Urnenwände an einer bestehenden, zu sanierenden Natursteinmauer sowie im Süden andere Urnenerdgräber. Diese können auch im Rahmen eines Urnengartens angelegt werden.

Insgesamt sollen innerhalb dieses ersten Baumoduls 120 Urnenerdgräber sowie 96 Urnennischen geschaffen werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 185 000 Euro. Daran schließt sich ein weiteres Modul mit zusätzlichen zwei Urnenwänden mit insgesamt 288 Urnennischen sowie ergänzende Urnenerdgräber mit 212 Bestattungsmöglichkeiten an. Die Aufwendungen für das zweite Modul der Friedhofsumgestaltung sollen bei rund 210 000 Euro liegen.

Unabhängig davon können die Tammer Gemeinderäte aber jederzeit westlich der Aussegnungshalle 80 neue Urnenerdgräber hergestellt werden. Möglicherweise ab den Jahren 2021/2022 können in einem vierten Bauabschnitt je nach Bedarf weitere Grabfelder für Erdbestattungen entstehen. Auch der Baumbestand des Friedhofs soll um weitere Exemplare ergänzt werden.

"Wir finden das Konzept sehr gut und die Planung in Modulen äußerst gelungen. So lässt sich am besten auf den jeweiligen Bedarf reagieren", erklärte Alexander Maier von der SPD. Auch Gerhard Leyh von der AWV nahm es positiv zur Kenntnis, dass mit der Neukonzeption des Friedhofs der aktuell starken Nachfrage nach Urnenbestattungen Rechnung getragen werde. Diesen Meinungen schlossen sich auch die anderen Ratsmitglieder an und genehmigten einhellig die anstehenden Veränderungen am örtlichen Friedhofsareal.

Diese werden sich auch auf den Vorplatz ausdehnen, denn die Zufahrtstraße zum Friedhof soll in einer Wendeplatte unmittelbar am Eingang enden. Auf einer zu pflasternden Gehfläche können Bänke aufgestellt und die Überdachung über den gesamten Eingangsbereich gezogen werden. Zudem soll der Eingangsbereich um 50 PKW-Stellplätze, vier Behinderten-Parkplätze sowie 20 überdachte Fahrrad-Parkplätze ergänzt werden.

Die Investitionen für die Vorplatzgestaltung liegen bei rund 330 000 Euro. Während einige Tammer Gemeinderäte die Realisierung dieses Umbaus des Vorplatzes erst umsetzen wollten, wenn dafür die Finanzmittel tatsächlich in der Tammer Gemeindekasse sind, stimmte die Ratsmehrheit schließlich der Einstellung der benötigten Haushaltsmittel in die Etats für die Jahre 2017 und 2018 zu.