Kreis Ludwigsburg Tag des offenen Denkmals: Schmieden wie in alter Zeit

Beim Denkmaltag wird in mehreren alten Schmieden im Kreis gezeigt, wie man einst Metall bearbeitete, unter anderem in Ludwigsburg.
Beim Denkmaltag wird in mehreren alten Schmieden im Kreis gezeigt, wie man einst Metall bearbeitete, unter anderem in Ludwigsburg. © Foto: Martin Kalb
Kreis Ludwigsburg / UWE MOLLENKOPF 27.08.2015
Am 13. September, dem Tag des offenen Denkmals, öffnen auch im Landkreis Ludwigsburg wieder zahlreiche historische Gebäude. Ans Motto "Handwerk, Technik, Industrie" hält man sich dabei nicht immer.

Mit dem Themenkomplex "Handwerk, Technik, Industrie" reiht sich der deutsche "Tag des offenen Denkmals" in die europaweite Kampagne "European Industrial and Technical Heritage Year 2015" ein. Laut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aus Bonn, die das Ganze koordiniert, können bundesweit mehr als 7700 Baudenkmale, Stätten und Parks besichtigt werden. Darunter sind auch 35 Sehenswürdigkeiten im Landkreis Ludwigsburg.

Wie dem Programm für den Kreis zu entnehmen ist, beteiligen sich die Kommunen Besigheim, Bönnigheim, Großbottwar, Kornwestheim, Löchgau, Ludwigsburg, Marbach, Markgröningen, Oberstenfeld, Sachsenheim, Schwieberdingen und Vaihingen am Denkmaltag. Nicht alle Angebote halten sich streng an das vorgegebene Thema. So können im Rahmen des Denkmalprogramms beispielsweise auch die Evangelische Cyriakus-Kirche in Besigheim, die Dorfkirche in Bönnigheim-Hohenstein oder der Aussichtsturm auf dem Wunnenstein besichtigt werden. Zu den thematisch mehr eingegrenzten Angeboten zählen:

In Besigheim informiert ein Vortrag von Rüdiger Erk ab 15 Uhr am alten Mühlrad an der Enz über "Energie früher und heute". In Kornwestheim kann die sonst nicht zugängliche Hammerschmiede, die im Jahr 1810 erbaut wurde, im Zeitraum von 11 bis 17 besichtigt werden.

Die Wirtschaftsgeschichte der Ludwigsburger Weststadt steht im Blickpunkt einer Dauerausstellung im Pflugfelder Torhaus, die an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist. Wer auch einen Blick in die anderen der insgesamt sechs historischen Tor- und Zollhäuser werfen will, kann einen Shuttlebus-Service nutzen, der am Tag des offenen Denkmals eingerichtet wird.

Ein Paradebeispiel für alte Handwerkskunst liefert die alte Schmiede in der Unteren Stadt in Ludwigsburg (Hospitalstraße 42, Ecke Untere Reithausstraße). Die über 130 Jahre alte Werkstatt im traditionellen Arbeiter- und Handwerkerviertel der Stadt ist im Originalzustand erhalten. Sie war bis 1992 als Hufschmiede in Betrieb. Geöffnet ist von 11 bis 16 Uhr.

Wem das zu weit ist, der findet in Löchgau in der Lange Gasse 2 ebenfalls eine alte Dorfschmiede. Die Einrichtung stammt aus der Zeit vor 1920, Werkzeuge und Maschinen sind vollständig erhalten. Die sonst nicht geöffnete Schmiede kann von 16 bis 20 Uhr besucht werden. Jeweils um 16.30, 18.15 und 19 Uhr gibt es Führungen mit Jochen Haubold. Beim Schauschmieden können die Gäste sehen, wie früher gearbeitet wurde.

Die Herstellung von Öl steht im Mittelpunkt des Programms in der Ölmühle Jäger in der Oberen Holdergasse 2 in Marbach, die von 14 bis 17 Uhr offen hat. Die nahezu vollständige und betriebsfähige Anlage stammt aus dem Jahr 1906. Führungen finden halbstündlich nach Bedarf statt.

Um die Technik bei der Weinerzeugung geht es in der 1491 erbauten Oberen Kelter in Markgröningen, die an diesem Tag von 13 bis 17 Uhr geöffnet hat. Heiner Beck und David Zechmeister bieten Führungen an, es findet eine Präsentation von historischen Werkzeugen des Zimmermanns und des historischen Fensterbaus statt.

In Sachsenheim geht es um Techniken des Mittelalters: Burgenbau und Waffentechnik stehen hier auf dem Programm. Dazu ist die Burgruine Altsachsenheim von 11 Uhr bis 17.30 Uhr ausnahmsweise geöffnet, und der Verein für Heimatgeschichte veranstaltet Führungen. Die Rittergruppe "Freies Banner von Neckar und Enz" tritt in mittelalterlichen Rüstungen und Trachten auf. Sie zeigt Schwertkämpfe und erläutert die Kampftechnik. Kinder dürfen sich im Armbrustschießen üben. Die Interessengemeinschaft Burg Blankenhorn gibt Einblicke in den Burgenbau. "Jeder Besucher kann mit dem Modell eines mittelalterlichen Tretkrans den Burgenbau üben oder sich mit einer mittelalterlichen Wurfmaschine (Blide) an der Erstürmung einer Burg beteiligen", heißt es in der Ankündigung. Führungen finden um 11.30, 14, 15 und 16 Uhr statt. Parkmöglichkeit sind auf dem Anwesen von Otto Müller, Egartenhof 6.

Info
Das ganze Programm mit allen weiteren beteiligten Denkmalen und Führungsangeboten gibt es unter:
www.tag-des-offenen-denkmals.de
www.denkmalpflege-bw.de
 

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