Tägliche Kolumne

knz 06.07.2018

Das Gespräch mit dem Erligheimer Abiturienten (siehe nebenstehender Artikel) hat mich sehr an mein eigenes Abitur erinnert. Vor 35 Jahren war das. An den Tag der Zeugnisübergabe erinnere ich mich sehr genau, aber nicht an die Feierlichkeit an sich. Damals war man eher gegen solche offiziellen Anlässe, und Abibälle waren verachtenswert. Ich bekam trotzdem 100 Mark von meiner Mutter, um mir für den Anlass ein neues Kleid zu kaufen. Viel Geld damals. Ich fuhr schnell mit dem Bus zu meiner besten Freundin, gemeinsam wollten wir das Geld auf den Kopf hauen. Dort angekommen, fehlte der erste 100-Mark-Schein meines Lebens. Er war einfach weg. Verloren, im Bus geklaut – der Schein blieb unauffindbar. Ich heulte so, dass noch abends und trotz Make-up meine roten Augen sichtbar blieben. Mein Zeugnis war gar nicht so schlecht, aber der Tag war einer der schlimmsten in meinem Leben.

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