Die Vorbereitungszeit war sehr knapp, aber wir haben es geschafft“, sagt Schulleiter Wolfgang Uls­höfer sichtlich stolz. Denn zwischen der Zusage des Ministeriums im Juli auf seine Bewerbung hin und dem Start im September lagen gerade mal zwei Monate. Und dann waren da ja auch noch die Sommerferien.

Doch dann handelten Schulleitung und Lehrerkollegium sehr schnell: Vier hochmotivierte und -qualifizierte Lehrerinnen wurden gefunden, Ausbildungsbetriebe kontaktiert und danach eine der fünf Eingangsklassen für das Berufsbild „Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement“ zusammengestellt.

Mit 23 Schülern sollte der Einstieg gewagt werden. Eigentlich sollen die Ausbildungsbetriebe ihren Azubis die Tablets zur Verfügung stellen, doch das ging in der Kürze der Zeit diesmal nicht. Also sprang der Landkreis als Träger der Beruflichen Schulen ein. „Denn für das Landratsamt ist die Digitalisierung ein ganz wichtiges Thema“, weiß Ulshöfer. Deshalb konnte auch im berufsbezogenen Unterricht (Betriebswirtschaftslehre, Text- und Datenverarbeitung) am 12. September sofort losgelegt werden.

Denn die technischen Voraussetzungen für den Schulversuch waren an der Robert-Franck-Schule gegeben und bei der Bewerbung auch mitentscheidend: Schneller Internetanschluss im pädagogischen Netz und leistungsfähige WLAN-Accesspoints. Da die Klassen zur Ausbildung von künftigen Büromanagern ohnehin mit Computern umgehen lernen, wird die Umstellung auf Tablets für Lehrer und Schüler eine machbare, aber anspruchsvolle Aufgabe. Doch jetzt kommt es auf die zusätzliche pädagogische Zielsetzung an.

Wolfgang Ulshöfer nennt das die „Realisierung einer zeitgemäßen Lernkultur zur Förderung von eigenaktivem und kooperativen Lernen“. Denn mit den Tablets können die Schüler dank einer eigenen „Lernplattform“ jederzeit sowohl miteinander als auch mit ihren Lehrern kommunizieren. Und ganz nebenbei wird auch die Verantwortungsbereitschaft der Schüler trainiert, weil sie nun nicht nur die Verantwortung für das kostenlos zur Verfügung gestellte Gerät, sondern auch für ihre eigenen Lernfortschritte haben.

Vom Kultusministerium wurden für den auf fünf Jahre angesetzten Modellversuch landesweit nur fünf kaufmännische Berufsschulen ausgesucht, die den Ausbildungsberuf fürs Büromanagement anbieten. Neben Ludwigsburg auch noch die in Aalen, Freiburg, Karlsruhe und Böblingen. Darüber hinaus finden aber auch noch Tablet-Modellversuche für Kfz-Mechatroniker an den Berufsschulzentren in Sindelfingen, Tauberbischofsheim, Breisach, Mosbach und Schorndorf statt. Und außerdem für alle sonstigen Mechatroniker-Azubis in Kirchheim/Teck, Spaichingen, Freudenstadt, Karlsruhe und Balingen.

Kultusministerin Susanne Eisenmann begründete ihre Initiative bei der Kick-Off-Veranstaltung in Sindelfingen Ende Oktober so: „Digitale Bildung gehört zu den Schlüsselkompetenzen in fast allen Berufen. Deshalb ist es wichtig, dass junge Auszubildende auf die vielfältigen Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt gut vorbereitet werden.“ Schulleiter Wolfgang Ulshöfer spielt deshalb auch mit dem Gedanken, zu Beginn des kommenden Jahres mit weiteren Eingangsklassen in den Modellversuch einzusteigen, wenn ihre Ausbildungsbetriebe das wünschen und auch die dafür nötigen Tablets zur Verfügung stellen.

Serie: Digitalisierung in den Schulen


Tablets und Smartphones halten Einzug in die Schulen. In loser Folge wird die Bietigheimer Zeitung über die Digitalisierung in Schulen berichten.