Drogen Suchtberater relativieren

Landkreis Ludwigsburg / Von Frank Ruppert 06.07.2018

Laut Polizei gab es 2017 11,3 Prozent mehr Rauschgiftdelikte im Kreis als 2016. Die Suchtberater sehen aber keine Tendenz. „Unsere Beratungsstellen in Ludwigsburg und die der Diakonie in Bietigheim sind schon seit Jahren immer ausgelastet“, sagt Dorothea Aschke, Leiterin der Caritas-Suchthilfe im Bezirk Ludwigsburg-Waiblingen-Enz. Aus ihrer Erfahrung könne sie gerade aber keinen besonderen Höhepunkt der Süchtigenzahlen feststellen. „Wenn die Polizei mehr  kontrolliert, tauchen in der Statistik eben mehr Fälle auf. Bei uns ist das Niveau aber gleichbleibend hoch“, so Aschke.

Auch im Vergleich mit anderen Landkreisen seien die Zahlen  nicht höher. Gleichwohl erkennt sie einen Trend, denn Cannabis stehe heute für viele gleichwertig neben Alkohol. Die Gefahren würden oft unterschätzt. Ihre Kollegin aus Bietigheim Martina Heißwolf stimmt ihr zu. Auch dort seien die Zahlen Süchtiger nicht besonders gestiegen. Einzig die Zahl derer, die von der Justiz an die Suchtberatung überstellt wurden, sei besonders gestiegen. Waren es 2016 noch 30, so seien es 2017 bereits 128 Menschen gewesen, die auf diese Weise zur Suchtberatung kamen.

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