Vaihingen Stadt Vaihingen richtet zwei Führungen aus

BZ 21.11.2015
Am Sonntag können Vaihingen-Interessierte an zwei Führungen teilnehmen. Die eine dreht sich um die Kernstadt, die andere um Enzweihingen.

Wie hat sich Vaihingen an der Enz im 19. Jahrhundert verändert? Mit dieser Frage beschäftigt sich Stadtführer Reinhard Wahl am Sonntag, 22. November, bei einem Rundgang durch die Stadt mit dem Titel "Oms Eck". Zum Hintergrund teilt die Stadt mit: Bürokratisch oder revolutionär? Technisch oder beschaulich? Das 19. Jahrhundert hat Vaihingen verändert, aber keineswegs auf den Kopf gestellt. Auf die schrittweise Öffnung der Stadtmauer folgte das Paradox eines überschaubaren Baubooms: Wohlhabende Bürger und die Obrigkeit entflohen der Enge der Altstadt. Deshalb streift die Führung von Reinhard Wahl die Grabenstraße, in der heute Teile einer biedermeierlich-klassizistischen Zeile vom Abriss bedroht sind. Und nur mit scharfem Blick - "oms Eck" sozusagen - sind in Vaihingen die letzten Reste der Industrialisierung zu finden.

Treffpunkt für die rund eineinhalbstündige Stadtführung ist um 14.30 Uhr am Marktplatzbrunnen vor dem Rathaus. Die Teilnahme kostet zwei bis vier Euro. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am Sonntag steht der Stadtteil Enzweihingen bei einer zweiten Führung im Mittelpunkt. Ab 14.30 Uhr führt Monika Bräuninger durch den historischen Ortskern des zweitgrößten Vaihinger Teilorts. Enzweihingen, das 1152 erstmals urkundlich erwähnt wird, war in römischer Zeit Sitz einer Raststation an der bedeutenden Militärstraße von Cannstatt nach Mainz.

Nach der Christianisierung im 7. Jahrhundert war der Ort lange das kirchliche Zentrum des Vaihinger Raums. Aus der Hand der Grafen von Vaihingen ging er im 14. Jahrhundert an Württemberg über. Enz-weihingen war das größte und wohlhabendste Dorf im Vaihinger Amt, erlitt durch die Kriege des 17. Jahrhunderts jedoch große Verluste und wurde durch einen Brand im Jahr 1693 weitgehend zerstört.

Die Teilnahme an der rund anderthalbstündige Tour kostet 1,50 bis drei Euro. Interessenten treffen sich um 14.30 Uhr am Mühlenbrunnen. Eine Anmeldung in der Kultur- und Touristinformation, Telefon (07042) 1 82 35, ist nötig.