Auch für das Hauptzollamt Heilbronn, das von Ludwigsburg bis Tauberbischofsheim zuständig ist, war 2018 ein Rekordjahr.

Mehr als 45 Millionen Euro an Zöllen wurden vom Hauptzollamt und dessen vier Zollämtern in Heilbronn, Ludwigsburg, Tauberbischofsheim und Untermünkheim erhoben. Deutlich höher fallen die für den Bundeshaushalt eingenommenen Einfuhrumsatzsteuern (347,7 Millionen Euro), den Verbrauchsteuern (250,1 Millionen Euro) und den Verkehrsteuern (187,5 Millionen Euro) aus. Insofern sind die Zahlen der Behörde auch ein Spiegelbild der heimischen Wirtschaft.

„Im Vergleich zu den beiden Vorjahren belegen die in fast allen Bereichen mehr vereinnahmten Abgaben und sonstigen Parameter die gute wirtschaftliche Lage im Hauptzollamtsbezirk und die engagierte Arbeit unserer Beschäftigten“, so die Leiterin des Heilbronner Zolls, Christina Taylor-Lucas bei der Jahrespressekonferenz in dieser Woche.

Es gab im vergangenen Jahr mehr als 270 000 Vollstreckungsaufträge, mehr als 1400  Strafverfahren und fast 1000 Bußgeldverfahren, die von der Behörde eingeleitet wurden. Abgefertigt wurden über vier Millionen Ausfuhrpositionen und eine Million Einfuhrpositionen, was die deutsche Rolle als Exportweltmeister unterstreicht.

Ein Großteil des  Geldes fließt in den Bundeshaushalt, aber nicht alles. Die erhobenen Zölle von 45,8 Millionen Euro gehen hauptsächlich an die Europäische Union, die Biersteuer mit 3,4 Millionen Euro fließt an die Haushalte der Bundesländer.

Neu geregelt wurde der Bereich Bereich des „Abfindungsbrennwesens“ nach dem Wegfall des Branntweinmonopolgesetzes. Für die im Zuständigkeitsbezirk Heilbronn ansässigen mehr als 1400 Kleinbrennereien sind zum 1. Januar 2018 die alten Brennrechte ausgelaufen und müssen bis spätestens 31. Dezember 2027 auf personenbezogene Betriebserlaubnisse umgestellt werden.

Eher traurige Rekordzahlen gab es bei der Marken- und Produktpiraterie: Auf das Zollamt Ludwigsburg entfielen im letzten Jahr 74 von 533 Aufgriffen, der Wert beschlagnahmter Waren lag bei 370 000 Euro, die Warenstückzahl  bei  2015.

Häufig beanstandete Waren stammen aus den Bereichen Bekleidung und Zubehör, dem Mobiltelefonsegment sowie aus den Kategorien Spielzeug und Sportartikel. Der Spitzenreiter war auch in diesem Jahr China mit über 70 Prozent aller beanstandeten Sendungen.

150 Beschäftigte arbeiten im Bereich „Vollstreckung“ mit zusätzlichen Standorten in Reutlingen und Tauberbischofsheim. Dabei hat die Anzahl von über 270 000 Vollstreckungsaufträgen ebenfalls einen neuen Höchststand erreicht.

Neben den zolleigenen Forderungen (21,6 Millionen Euro), wie etwa aus den Verbrauchsteuern oder der Kraftfahrzeugsteuer, treibt der Zoll auch für andere Verwaltungen wie die Bundesagentur für Arbeit (4,6 Millionen Euro) oder für die gesetzlichen Krankenkassen (32,5 Millionen Euro) geschuldete Forderungen ein.

Viel Arbeit gibt es auch im Sachgebiet Finanzkontrolle und Schwarzarbeit sowie im Sachgebiet Ahndung. 767 geprüfte Arbeitgeber bedeuten, dass täglich mehr als zwei Arbeitgeber im Bezirk des Hauptzollamts Heilbronn mit Prüfungen rechnen mussten. Es ist ein Bereich, in dem man personell aufstocken will. Der neue Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Missständen am Arbeitsmarkt, illegaler Beschäftigung sowie von Kindergeld- und Sozialleistungsmissbrauch werde sich insbesondere auf die Prüfungs-, Ermittlungs- und Ahndungstätigkeit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit auswirken, heißt es aus dem Hauptzollamt Heilbronn.

Im vergangenen Jahr gab es 1487 eingeleitete Strafverfahren sowie  979 eingeleitete und 1211 abgeschlossene Bußgeldverfahren.

Beschlagnahmte Waren in Euro und Stückzahlen


Auf den Zoll-Bereich Ludwigsburg gibt es für das Jahr 2018 eine ganze Reihe von Zahlen, was den Wert der beschlagnahmten Waren betrifft.
Bei Schuhen war es ein Warenwert in Höhe von 13 805 Euro. Bei Körperpflegeprodukten 190, bei Kleidung und Zubehör 4510, bei Handys 735 und bei Spielzeug sowie Sportartikel 346 690 Euro.
Die Anzahl der beschlagnahmten Waren im Zollbereich Ludwigsburg: 43 Schuhe und Zubehör, drei Körperpflegeprodukte, 197 Kleidungsstücke und Zubehör, drei Handys und  1653 Spielsachen, einschließlich Spielekonsolen und Sportartikel. itz