Ludwigsburg Spektakel an der Kapazitätsgrenze

Von Sandra Bildmann 20.08.2018

Fast 40 Helfer waren am Samstagabend damit beschäftigt, knapp 20 000 kleine Teelichter anzuzünden, die im Blühenden Barock verteilt worden waren und Wege säumten. Auch Lampions und Lichterketten leuchteten im hinteren Teil des Parks.

Viele Besucher überbrückten die Zeit bis zum Feuerwerk vor den beiden Bühnen, auf denen Künstler des zurückliegenden Straßenmusikfestivals live auftraten. Bereits nachmittags gab es Attraktionen für Kinder. Außerdem bestand die Möglichkeit, die noch aufgebauten Sandskulpturen zu bestaunen.

Zum 19. Mal wurde die Emichsburg zur optischen Disco. Bunte Lichter tauchten Rapunzels Heim, passend zur Musik rhythmisch gesteuert, in verschiedene Farben; von Nebel umwoben ragte der Turm mystisch hervor. Aus allen möglichen Ecken der Burg schossen Raketen empor und sprühten Funken. Exakt eine Viertelstunde leuchtete der Nachthimmel, unter dem die Emichsburg in bunten Lichteffekten flackerte.

Für das Pyro-Spektakel verantwortlich war erneut die Bielefelder Firma „Flash-Art“, die zu Popmusik unter anderem von Bruno Mars, Rihanna und Michael Jackson den Himmel als Projektionsfläche für ihre Kunst nutzten und ganze Choreografien zeigten. Dabei bewies sie Feingefühl und setzte bei Whitney Houstons „I will always love you“ auch geräuschlose Feuerwerkskörper ein. Im krassen Gegensatz zu diesem romantischen Abschnitt stand das grandiose Finale, das zu einer rauschenden Reizüberflutung wuchs.

11 500 Besucher blickten in diesen Momenten gebannt ans Himmelszelt. Unter ihnen war Mirjam Schlotz, die zwar nicht weit weg wohnt, den Lichterzauber aber erstmals live im Park mitverfolgte. Neben der allgemeinen Atmosphäre war für sie das Highlight das „Musikfeuerwerk zum Abschluss, das sehr gut auf die Musik abgestimmt war.“ Die Ludwigsburgerin hatte zuvor noch nie ein Feuerwerk gesehen, bei dem der Takt der Raketenkracher so genau auf den Takt der Musik gepasst hätte, wie sie sagte.

Die Verbindung von Musik und Feuerwerk war auch der Hauptgrund, warum es Alisa und Jonathan Schirner zum wiederholten Male in den Park zog. Die Ludwigsburger hatten diesmal Verstärkung durch Freunde aus Gerlingen und Aalen mitgebracht und es sich auf der Wiese bequem gemacht. Im Vordergrund stand für die vier das Beisammensein, erzählten sie. Obwohl das Feuerwerk erst um 21.30 Uhr begann, hätten sie sich seit 18 Uhr im Park aufgehalten. Trotzdem hat es für das Quartett nur noch für ein Plätzchen mit eingeschränkter Sicht gereicht. Zu viele Besucher hatten da schon ihre Picknickdecke ausgepackt.

Blüba-Chef Volker Kugel hofft für die Neuauflage im kommenden Jahr auf einen ähnlichen Erfolg, betont aber auch: „Mehr Besucher dürfen wir nicht wollen. Es war dieses Jahr eine Punktlandung, denn unsere Kapazitätsgrenze liegt bei 12 000.“

Mehrere Fans des Lichterzaubers nannten das warme Wetter und die laue Sommernacht als mitentscheidend für den Erfolg der Veranstaltung. Für die Verantwortlichen birgt das Herausforderungen: Aufgrund der Witterungsbedingungen sei die Feuerwehrpräsenz infolge der Lagebesprechung am Samstagvormittag verdoppelt worden, sodass zehn Mann vor Ort gewesen seien, berichtet Volker Kugel. Zudem habe man 26 Feuerlöscher über den Park verteilt in den Gastronomiebereichen und im Gebüsch versteckt.

Zusätzlich zur permanenten Gastronomie waren für den Lichterzauber eine Reihe an Ständen mit verschiedenen Speisen- und Getränkeangeboten aufgebaut. Die Besucher waren jedoch nicht gezwungen, sich vor Ort zu verpflegen, sondern durften in „haushaltsüblichen Mengen“, wie Volker Kugel sagte, eigene Nahrungsmittel mitbringen. „Wir wollen den Leuten nicht unter vorgegaukelten Sicherheitsvorkehrungen Wasser abnehmen“, so der Blüba-Chef.

Am Sonntagvormittag zog Kugel eine durchweg positive Bilanz, da sich das Publikum wie gewohnt unauffällig verhalten habe und auch kein einziger Brandherd identifiziert werden konnte.

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