Vor wenigen Wochen noch spielten Acoustic Groove beim SWR Sommerfestival „Rock & Poesie“, am Freitagabend war das Publikum kleiner, aber mindestens genauso begeistert. Ein perfekter Sommerabend mit angenehmen Temperaturen erwartete die Zuschauer im ausverkauften Schlosshof bei „Kultur im Schloss“ im Kleiningersheimer Schloss.

„Wir sind zum fünften Mal hier“, sagt Andreas Franzmann von der Band im Gespräch mit der BZ. „Das ist für uns wie im Wohnzimmer spielen, total heimelig.“ Für die Band habe diese Veranstaltung die „optimale Größe, denn so können wir auch gut aufs Publikum eingehen, weil diese Interaktion eine wichtige Rolle für uns spielt.“ Das Zusammenspiel mit dem Publikum funktionierte vom ersten Moment an, als Patrick Schwefel (Gesang, Gitarre), Andreas Franzmann (Gesang, Gitarre, Percussion, Mandoline) und Winfried Magg (Gesang, E-Bass) auf der Bühne standen. Ihr Repertoire umfasste die Rock-Klassiker aus den 1970er- bis 1990er-Jahren, von Eric Clapton, The Eagles, Pink Floyd, Dire Straits über Police, Billy Joel, Toto und Peter Gabriel bis hin zu Simon and Garfunkel. Dabei ist Acoustic Groove weit mehr als eine Coverband. Der dreistimmige Gesang und die musikalisch ausgefeilten Arrangements gaben den bekannten Rocksongs eine ganz neue, erfrischende Dynamik.

Die gut gelaunten Zuschauer klatschten und sangen die Songs begeistert mit. Aber nicht nur die musikalische Performance überzeugte, sondern auch das ausgesprochen unterhaltsame Entertainment der drei Musiker zwischen den Songs. Da wurde ein Falschparker vorm Schloss zum Running Gag, ebenso wie das am Nachmittag stattgefundene Fotoshooting der Band. „Mittlerweile haben sich Optik und Gewicht verdoppelt, aber es gibt ja Photoshop.“ Die heimatliche Ostalb bot mit Anekdoten aus dem Musikerleben genauso viel Amüsement wie der aus dem Publikum organisierte Nachschub an Bier: „Wir trinken ja für einen guten Zweck.“ Die Reaktionen in den zwei Pausen sprachen für sich. „Spitzenmäßig hier“, so ein Zuschauer. „Die Atmosphäre, die Band, das ganze Flair, da gibt es nichts zu verbessern.“

Erlös ging an guten Zweck

Der Erlös des Abends kam dem Projekt „Kindern eine Chance“ zu, das sich für arme Familien im Maya-Dorf Vuelta Grande in Guatemala einsetzt. Harald Leibrecht, früherer FDP-Bundestagsabgeordneter und „Hausherr“ des Kleiningersheimer Schlosses, freute sich besonders über die gute Resonanz bei den Besuchern, die sich in den Pausen im Schlossinnenhof über das Projekt informieren lassen konnten. „Das ist ein wunderbarer Abend, da kommt auch viel für unseren Verein rein an Spenden.“ In den letzten sieben Jahren habe man in dem Dorf eine kleine Krankenstation, eine Schule, ein Küchenhaus für tägliche Mahlzeiten, Häuser für die Familien und raucharme Öfen finanzieren und erstellen können.

Acoustic Groove gaben nach einer zweiten Pause noch einmal alles und sorgten für ausgelassene Stimmung im Schlosshof. Erst nach zwei Zugaben und unter begeistertem Applaus konnten die sympathischen Musiker nach gut drei Stunden die Bühne verlassen.