Kampfsportarten sind beliebt, vor allem Karate. Laut einer Statistik des Sportkreises Ludwigsburg hat die Zahl der Mitglieder im Fachverband Karate von 2017 auf 2018 um 458 zugenommen. Aber auch im Fachverband Boxen zählte man einen Zuwachs um 43 Mitglieder. Demgegenüber vermeldeten Leichtathletik (minus 650) und Fußball (minus 188) Rückgänge. Anlass für die BZ, an Beispielen aus dem Landkreis der Frage nachzugehen, was die Faszination des Kampfsports ausmacht – von Karate bis Eskrima.

Nach einer Definition sind Kampfsportarten die waffenlose Form des Kampfes und der Selbstverteidigung. Beim Kampfsport stehen der Körpereinsatz und der unmittelbare Kontakt mit dem Gegner im Vordergrund. Das Einhalten der Regeln hat oberste Priorität. Dazu zählen etwa die Budosportarten, benannt nach dem Oberbegriff für alle japanischen Kampfkünste, oder die traditionellen europäischen Kampfsportarten wie Boxen oder Ringen.

Blickt man nach Bietigheim-Bissingen, so zeigt die Erhebung der Stadtverwaltung von Bietigheim-Bissingen zur Sportentwicklung aus dem Jahr 2018, dass der Kampfsport, gemessen an der Zahl der aktiv Sport treibenden Mitglieder (959), auf Platz 8 in der Stadt steht. Davor rangieren Turnen/Gymnastik, Fußball, Wassersport, Tennis, Gesundheitssport, Berg-/Skisport und Handball, dagegen haben die Kampfsportler zahlenmäßig Leichtathletik, Eishockey und Hockey bereits überholt.

Auch auf Kreisebene zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings sind in der jüngsten Erhebung des Sportkreises Ludwigsburg die Zahlen nach einzelnen Kampfsportarten aufgeschlüsselt. Zählt man die Mitgliederzahlen zusammen, so ist festzustellen, dass rund 6700 Menschen diesem Hobby nachgehen. Damit gibt es in den Fachverbänden mehr Kampfsportler als Schwimmer (6261 Mitglieder).

Über 2400 Karatekas

Die beliebteste unter den Kampf­sportarten ist Karate mit 2422 Mitgliedern im Fachverband. Die japanische Kampfsportart liegt damit auf Rang 15. Beachtlich ist die Zunahme um 458 Mitglieder von 2017 auf 2018. Nur vier Plätze dahinter folgt Judo mit 1345 Mitgliedern (Rang 19). Hier ist die Mitgliederzahl in etwa gleich geblieben (plus 5).

Nach der Sportkreiserhebung belegt Ringen Platz 22, wo die Zahl mit 1034 Mitgliedern im Fachverband (plus 7) ebenfalls stabil geblieben ist.

Wie der Statistik weiter zu entnehmen ist, gab es 2018 insgesamt 739 Sportler, die sich dem Taekwondo widmeten (plus 33), das sind etwas mehr als die Boxer (602, Zuwachs von 43). Rückgänge hatten hingegen die beiden Verbände für Aikido (zusammen 382 Mitglieder, minus 45) und Ju-Jutsu (238 Mitglieder, minus 9) zu verzeichnen.

Schwerpunkt Kampfsport


In dieser Ausgabe erklärt Christopher Hopp aus Ludwigsburg (Seite 10), warum er für Kickboxen und Muay-Thai-Boxen brennt. Karsten Kalweit aus Bietigheim-Bissingen gehört zu wenigen Deutschen, die Eskrima organisiert betreiben (Seite 11). Der ehemalige Kickbox-Weltmeister und heutige Kampfschulen-Inhaber Özcan Arslan aus Sersheim erklärt auf Seite 13, worauf es bei seiner Sportart ankommt. Um die klassische Budo-Kampfsportart Karate geht es auf Seite 14. bz