Das Wechselladerkonzept gibt es im Landkreis seit 2013/14“, sagt Kreisbrandmeister Andy Dorroch. Für ihn ist es schon jetzt ein Erfolg. Vorher habe es nämlich ein genaues kreisweites Konzept für Szenarien, die selten vorkommen, nicht gegeben. Erst mit den Wechselladern, also einzelnen Abrollbehältern, die je nach Lage auf einen Lkw geladen werden, sei dies nun so. Ein weiterer Vorteil seien die auf lange Sicht geringeren Kosten. Weil die Abrollbehälter jeweils ohne Fahrzeugtechnik daherkämen, hätten sie weniger Verschleißteile und seien wartungsärmer.

Kreisweites Konzept

„Grundsätzlich sind natürlich die Gemeinden für die Ausstattung der Feuerwehren verantwortlich, aber gerade bei speziellen Situationen wie Hochwasser oder Gefahrgutunfällen wäre es total unwirtschaftlich, wenn das jede Wehr im Kreis stemmen müsste“, sagt Dorroch. Deshalb habe man sich 2014 auch im Kreistag für das Konzept entschieden, das Schwerpunkte an vier Standorten vorsieht, die dann auch mit den jeweiligen Gerätschaften ausgestattet werden und sich die örtliche Zuständigkeit für den Landkreis teilen.

In Ludwigsburg ist unter anderem der Abrollbehälter Einsatzleitung verortet, in Vaihingen ein Gefahrgutbehälter, in Bietigheim-Bissingen und in Remseck sollen unter anderem die Hochwasserbehälter ihren Standort haben. „Für die Standorte der Hochwasser-Einheiten haben wir mit Remseck und Bietigheim-Bissingen den Landkreis rechts und links der Autobahn aufgeteilt“, erklärt Dorroch. Ansonsten seien die Standorte nach geografischen Gegenbenheiten für eine bestmögliche Aufteilung der Einsatzgebiete festgelegt worden. Aber auch praktische Erwägungen haben dabei eine Rolle gespielt. So habe man die vier Standorte auch wegen ihrer Größe gewählt.

Dem Einwand, dass kleine Wehren dadurch benachteiligt würden, widerspricht Dorroch. Zum einen hätten auch  kleine Wehren Spezialgebiete, nur eben ohne Abrollbehälter. Zum anderen bedeute das Wechselladerkonzept nicht, dass die Wehren mit den entsprechenden Spezialgerätschaften anrückten und dann die Einsatzleitung übernehmen, versichert der Kreisbrandmeister. Vielmehr solle es in jeder Wehr Einsatzkräfte geben, die an dem jeweiligen Spezialgerät geschult seien.

Insgesamt seien 13 Abrollbehälter geplant und etwa die Hälfte schon angeschafft. Unter anderem fehlen noch vier Tankcontainer, die erst nachträglich in das Konzept integriert worden seien. „Weil wir alle immer weniger Wasser verbrauchen, werden die Leitungen dünner und können nicht mehr so viel Wasser durchströmen lassen. Die Wehren müssen Wasser von immer weiter weg herholen, und da braucht es einfach Tanks, die in der Zwischenzeit schon Wasser liefern“, so Dorroch. Mit je 10 000 Litern stoße man da in neue Dimensionen vor.

Wenn das E-Auto brennt

Noch nicht geliefert sind auch zwei Abrollbehälter, die gar nicht zum ursprünglichen Konzept gehörten. Dabei handelt es sich um die Behälter Hochvolt, die eingesetzt werden, wenn Elektroautos in Brand geraten (die BZ berichtete). Es sind große Metall-Wannen, die an einer Seite mit einer Flügeltür oder Rampe ausgestattet sind. Ein Trägerfahrzeug transportiert den Behälter wie bei den anderen Abrollbehältern auch im Bedarfsfall an den jeweiligen Einsatzort. Mit einer Seilwinde werden brennende oder kokelnde Fahrzeuge mit einem speziellen Bergenetz in die Mulde gezogen, die Tür verschlossen und die Wanne komplett mit Wasser gefüllt. Das mit Schadstoffen kontaminierte Wasser wird später kontrolliert abgeführt oder in Gefahrgutbehälter abgepumpt. Diese Behälter haben, je nach Größe, ein Volumen von 10 bis 23 Kubikmeter. Eines davon kommt nach Bietigheim-Bissingen, das andere nach Kornwestheim. Laut Dorroch übernimmt Porsche die Kosten für diese Behälter.