Kommentar Andreas Lukesch über Porsche und das neue Logistikzentrum Schwer beschädigt

Bietigheimer Zeitung. Porträt für Kommentar: Andreas Lukesch.
Bietigheimer Zeitung. Porträt für Kommentar: Andreas Lukesch. © Foto: Martin Kalb
Andreas Lukesch 05.06.2018

Ob die Richtfest-Ansprache von Segro-Chef André Wolters dem „guten Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter“ wirklich so dienlich war, wird sich zeigen. Gefallen haben dürfte es Porsche-Logistik-Geschäftsführer Marc Lösken aber bestimmt nicht, dass ihn die jüngsten Porsche-Negativ-Schlagzeilen rund um den Abgas-Gau selbst auf der Baustelle in Freiberg einholten. Die Menschen hätten „immer noch“ ein hohes Vertrauen in die Marke Porsche, hatte Wolters seine Eröffnungsrede beim Richtfest für das neue Logistik-Zentrum eingeleitet und es sicher gut gemeint mit dem Autohersteller. Doch die Wortwahl signalisiert genau das Gegenteil. Der PS-Rennstall des Südwestens ist schwer beschädigt – wie fast der gesamte Rest der deutschen Vorzeigeindustrie. Dabei wird doch auch in Freiberg mit an der Zukunft der Boliden-Schmiede gebaut und ein Logistik-Zentrum für den Elektroflitzer Mission E gebaut. Der Wagen, auf den Porsche alles setzt, kommt größtenteils aus dem Landkreis Ludwigsburg und wird in Zuffenhausen zusammengeschraubt – irgendwann einmal. Das zeigt, wie unmittelbar die Region davon abhängig ist, dass Porsche jetzt fürs Kerngeschäft die neue Abgasprüfnorm schnell in den Griff bekommt, was nach dem Herumgeeiere der Industrie in den zurückliegenden Jahren noch lange nicht ausgemacht ist. Hoffen wir, dass Wolters seinen relativierten Vertrauensbeweis nicht ganz schnell wieder zurücknehmen muss – denn das wäre so mit das Schlimmste, was dem Landkreis und der Region Stuttgart passieren könnte.

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