Als am Dienstagabend um 20 Uhr ein Schütze in der Nähe des Weihnachtsmarktes in Straßburg drei Menschen tötete und zwölf teilweise schwer verletzte, leitete der Vizepräsident des Europaparlaments, Rainer Wieland, Vorsitzender der Kreis-CDU, eine Sitzung.

Er wollte sich um kurz nach 20.30 Uhr, so erzählt er, auf den Weg in sein Hotel in Kehl machen, aber da war der Sitz des Parlaments, 1,5 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt, schon abgeriegelt. „Durch Wachmänner sowie eine SMS der französischen Sicherheitsbehörden erfuhren wir von dem Anschlag, keiner durfte das Haus verlassen“, so Wieland. 2000 Menschen befanden sich im Gebäude, darunter auch der Präsident des Parlaments, Antonio Tajani, und EU-Kommissar Günther Oettinger. Die Abgeordneten einigten sich, die Sitzungen fortzuführen. Wieland zog sich in sein Büro zurück, schlief im Stuhl.  Um 3.20 Uhr morgens wurde die Sperrung aufgehoben. „Auf dem Weg nach Kehl staute sich der Verkehr, jedes Auto wurde an der Grenze durchsucht“, so Wieland. Die Aktiven Senioren Bietigheim-Bissingen, so der Politiker, sagte noch in der Nacht ihren Besuch am Mittwoch in Straßburg ab.