Freiberg Schulneubau kann 2021 fertig sein

Freiberg / Günther Jungnickl 14.10.2017

Die beiden Chefs des Architektenbüros „mvm+starke“ waren selbst gekommen: Sonja Starke und Michael V. Müller. Sie kamen auch nicht mit leeren Händen, sprachen allerdings von einer „Vorplanungsphase“, während der erst noch die Grundlagen für den Neubau ermittelt würden.

Deshalb müssten sämtliche Baudaten „auf den Tisch“, wie Architekt Müller eindringlich forderte, „sonst kann‘s am Ende schlecht ausgehen“.  Folgerichtig weigerte er sich, einen Kostenrahmen zu benennen, zumal sich angesichts der anhaltenden Hochkonjunktur jede seriöse Aussage darüber verbiete. Die Stadtverwaltung hatte ihn in ihrer Vorlage mit rund 70 Millionen Euro beziffert.

 Nur soviel ließ er verlauten: Der Neubau könnte – wenn alles gut geht – in den Sommerferien 2021 an die Stadt übergeben werden. Doch jede Verzögerung könne sich fatal auswirken und dazu führen, dass die Schule erst ein Jahr später genutzt werden könnte. „Denn es ist klar, dass eine Schule nur in den Sommerferien an die jeweilige Kommune übergeben werden kann“, sagte Müller, dessen Büro schon einige Schulgebäude entworfen und realisiert hat. Derzeit im Bau ist die Gemeinschaftsschule in Möglingen.

 Im Gegensatz zur Möglinger Hanfbachschule hatte der Architekt jedoch eine gute Nachricht zu verkünden, denn erste Untersuchungen hatten ergeben, dass der Baugrund felsig und deshalb sehr stabil sei und der Aushub nicht kontaminiert und deshalb bedenkenlos für die Lärmschutzwand zur A 81 verwendet werden könne.

Zufrieden äußerte sich Müller auch darüber, dass im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidium der Abstand zur Autobahn  von 30 auf 40 Meter erweitert werden konnte. Die Verschiebung der Schul-Baukörper sei ohne weiteres machbar, meinte der Architekt.

 In der Diskussion forderte Stadtrat Ralph Schmid (Offene Grüne Liste) trotzdem eine offene und transparente Diskussion über die Schadstoffbelastung durch die nahe Autobahn, die der BUND-Stadtbeauftragte Conrad Fink, wie in der BZ berichtet, in einer Stellungnahme ins Spiel gebracht hatte. Schmid war jedoch sicher, dass sich sowohl energetische wie auch ökologisch sinnvolle Lösungen finden lassen. Auch Bürgermeister Dirk Schaible glaubt fest daran,  dass die Fachleute „die Schadstoffe in den Griff bekommen“.

 Hingegen nervte Gemeinderat Dr. Thomas Baum (FDP), dass inzwischen bei jedem neuen Bauprojekt erst einmal von interessierter Seite Ängste geschürt würden. „Der Gemeinderat ignoriert aber keine Gefahren“, meinte der Stadtrat, „wir müssen uns allerdings auf die Experten verlassen“.

CDU-Fraktionschef Willi Zimmer schlug indessen vor, den BUND-Stadtverbandschef Fink in den Gemeinderat einzuladen. „Dann kann er uns direkt sagen, was er an dem Neubau zu kritisieren hat.“