Derzeit läuft das Programm in den Skiclubs der Region auf Hochtouren, auch wenn derzeit in den Alpen fast schon zu viel Schnee für Wintersportler fällt. Doch wie geht es den Clubs, in Zeiten in denen beinahe das gesamte Vereinswesen überaltert und Schnee nicht mehr jedes Jahr eine Selbstverständlichkeit ist?

Der Skiclub Kirchheim blickt auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück. Der vor nun gut fünfzig Jahren, 1968, gegründete Verein, feierte sich mit einer Reihe von Veranstaltungen. In der Skisaison organisiert der Verein dieses Jahr etwas über zwanzig Veranstaltungen, die meisten davon Ausfahrten oder Skikurse in den Alpen, aber auch eine Skibörse in Kirchheim. Darüber hinaus finden ganzjährig Gymnastikangebote statt. Dass, abgesehen von diesem Jahr, meist immer weniger Schnee auf den Pisten liegt, ist noch kein Problem für die Kirchheimer Skifahrer, das Tiroler Stammgebiet Jungholz liege hoch genug im Gebirge. Im Zweifelsfall aber werde man auf höher gelegene Gebiete ausweichen müssen, meint der Vorsitzende Thomas Belschner.

Um den Verein selbst ist es gut bestellt. Viele der 1100 Mitglieder nehmen regelmäßig an Ausfahrten teil. Viele Eltern würden ihre Kinder zum Skifahren lernen mit in den Verein bringen, allerdings würden diese häufig während Ausbildung und Studium dem Skiclub den Rücken kehren und erst als Eltern wieder zurückkehren.

Das Schneechaos in Teilen  Bayerns und Österreichs betrifft den Verein bei seinen Planungen nur am Rande, teilt Presssprecherin Andrea Zeller mit: „Wir hatten vergangene Woche eine Gruppe Jugendlicher, die einen Ausflug nach Saalbach-Hinterglemm gemacht haben. Bei denen verzögerte sich die Abreise wegen des Schnees um ein paar Stunden.“ Ansonsten sei für kommendes Wochenende eine Ausfahrt geplant, allerdings ins Allgäu, wo bislang nicht mit Beeinträchtigungen zu rechnen sei. Die Tourenorganisatoren stehen laut Zeller im engen Kontakt mit der Unterkunft und Skilift-Betreibern und können schnell reagieren.

Mit dem Schneefall geht man bei der Schneeläuferzunft Ludwigsburg gelassen um: bleibe er aus „nimmt man halt die Wanderschuhe mit“, gehe Schlittschuhlaufen oder ins Schwimmbad, sagt Sabine Bütow, die sich um die Skischule kümmert. Die Schneeläufer haben etwa 400 Mitglieder, deren Zahl sich dauerhaft auf diesen Wert eingependelt habe. Sie wünsche sich für den Verein, „dass der Bus konstant voll wird.“ Manchmal, etwa zu Faschingsausfahrt sei das kein Problem, eine feste Stammgruppe buche diese jedes Jahr aus. Zu anderen Zeiten jedoch könnten die Teilnehmerzahlen stark schwanken.

Stefan Epple, Vorsitzender des Skiclubs Bissingen-Enz, steckt „voll im Jahresprogramm“. Viele der 650 Mitglieder nehmen in diesen Wochen an einer der insgesamt neun Ausfahrten teil. Der Verein habe viele junge Neumitglieder.

Diese tragen laut Epple auch dazu bei, dass der Club konstant gleich groß bleibt. Jugendarbeit, so Epple, stehe beim Skiclub an vorderster Stelle. Gleichzeitig wolle man jedoch auch das Skifahren bis ins hohe Alter ermöglichen. Um fit zu bleiben, findet ganzjährig Skigymnastik statt. Probleme durch das aktuell sehr starke Schneetreiben in einigen Skigebieten hat der Verein nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden Franz Horn nicht: „Das Verkehrschaos ist ja in Südost-Bayern. Wir gehen immer ins Allgäu mit unseren Ausfahrten. Da müssen wir nichts absagen.“

Die Skizunft Bietigheim ist mit rund 300 Mitgliedern deutlich kleiner, ihre sechs Ausfahrten der Saison laufen jedoch gut. Die Mitglieder treffen sich auch im Sommer zum Radfahren und Wandern, ihre Zahl sei minimal rückläufig, meint Wolfgang Schneider, der Zweite Vorsitzende des Vereins.

Für die Skizunft wünscht er sich in Zukunft einen „Nachwuchs, junger, begeisterter Skifahrer“. Doch die Jugend zu erreichen sei sehr schwierig. So liege der Altersschnitt im Verein  zwischen 55 und 60 Jahren. Mangelnder Schnee ist laut Schneider nicht das Problem, „das Problem ist, jeder kann alleine Skifahren.“ Das aktuelle Schneetreiben bereitet Schneider keine Sorgen.  Am Wochenende beginne eine Skiwoche in Saalbach-Hinterglemm: „Zu viel Schnee war noch nie ein Problem für uns“, sagt er. Auch wenn einzelne Pisten unter Umständen nicht befahrbar sein sollte, sei das kein Grund eine solche Ausfahrt abzusagen.