Ingersheim Schauen, staunen, vespern bei der Gewerbeschau

Manfred (links) und Peter Nill der gleichnamigen Fensterbaufirma nahmen an der Gewerbeschau teil.
Manfred (links) und Peter Nill der gleichnamigen Fensterbaufirma nahmen an der Gewerbeschau teil. © Foto: Martin Kalb
Ingersheim / Günther Jungnickl 16.04.2018

Beim Fensterbauer Nill im Gewerbegebiet Gröninger Weg in Ingersheim setzte am Sonntag schon kurz vor der Mittagszeit ein wahrer Besucheransturm ein. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, bei der alle zwei Jahre stattfindenden Ingersheimer Gewerbeschau hinter die Kulissen von Gewerbebetrieben zu blicken. Das Inhaber-Ehepaar Sabine und Peter Nill begrüßte die Gäste und lud sie in ihre weitgehend leer geräumten Werkhallen ein, wo die Besucher auch so manche Überraschung erwartete.

So hatte gleich am Entree die Floristin Waltraud Göggelmann (Gartenwerk) aus Bietigheim-Bissingen einen Tisch mit ihren Gestecken aufgebaut. Dazu präsentierte sie das Ergebnis eines samstäglichen Herzen-Flechtkurses mit 25 Damen aus Ingersheim und der näheren Umgebung: Der Gesamterlös dieser Aktion kommt der Orgelsanierung der Martinskirche zugute.

Aber natürlich kam auch der Fensterbaubetrieb nicht zu kurz und stolz erläuterte Peter Nill einen Neuerwerb: Eine Maschine in Kioskgröße, die vollautomatisch Fensterprofile herstellt, die ebenso einbruchssicher wie energie- und zeitsparend seien. Dazu noch clevere Antriebs- und Steuerungsmöglichkeiten für Sonnenschutz und Rollläden.

Azubi Hendryk Urban wies in einer Sonderschau nach, dass tüchtige Fensterbauer wie er aber auch das ursprüngliche Handwerk noch beherrschen – mit eigenhändig geschnittenen, verleimten und gehobelten Profilen.

Immer weniger Teilnehmer

„Leider“, sagt Nill, „sind immer weniger Gewerbebetrieb bereit und in der Lage, an der Gewerbeschau teilzunehmen“. Aktuell seien es gerade einmal noch sieben oder acht Betriebe. Darunter der junge Schlosser Steffen Bulling (StahlWerk), den er auch in sein Haus eingeladen hatte und der mit seinen interessanten und kreativen metallenen Gebrauchsprodukten so manchen Besucher sogleich zum Fachgespräch animierte.

Auch die Allianz-Agentur Thomas Läpple hatte einen Stand aufgebaut, um Baukredite an den Mann zu bringen und das Asperger Kaffeestudio Jahke pries Kaffeemaschinen an. In der Nachbarhalle verkauften Schüler der Schillerschule Kuchenstücke und die Singgemeinschaft Ingersheim bereitete als Mittagessen Schnitzel mit Kartoffelsalat und/oder Pommes sowie Rote Würste vor. Dazu gab es jede Menge Getränke von Bier über Weinschorle bis zu Cola und Sprudel.

Auch bei der Demeter-Gärtnerei Willmann herrschte reger Betrieb und Juniorchef Tobias Willmann begrüßte seine Gäste. Dort gab es regelmäßige Führungen durch den Gartenbaubetrieb, auch der Hofladen war geöffnet und an den Biertischreihen labten sich die Gäste an den leckeren Salaten des Willmann-Teams und Bio-Pizzen von Tobias Kühnle aus Oberstenfeld. Auch Öko-Wein vom Weingut Hirth aus Willsbach-Obersulm gab es zu verkosten.

Ganz entspannt sah derweilen Ex-Chef und Ex-Gemeinderat Georg Willmann dem bunten Treiben zu und meinte zufrieden: „Die Jungen haben das alles prima im Griff.“

In der Polsterwelt Engelhardt eine Ecke weiter konnte man an diesem Sonntag den Geschäftsführer Frank Engelhardt persönlich kennenlernen. Bereits zum dritten Mal sei sein Unternehmen an dieser Gewerbeschau beteiligt, obwohl es erst vor fünf Jahren in Ingersheim als Nachfolger des Multipolstermarkts ansässig wurde, erklärte er. Das Stammhaus wurde 22 Jahre zuvor in Esslingen gegründet.

Das Angebot in Ingersheim erstreckt sich auf insgesamt 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Bislang werden ausschließlich Sessel und Sofas angeboten, schon bald soll das Angebot jedoch um Boxspringbetten erweitert werden, verriet Engelhardt.

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