Wenn der S-Bahn-Verkehr mit Schulnoten bewertet wird, hat dies schon etwas Seltsames an sich.

Befragt wurden jetzt die Fahrgäste, und vor allem bei der Pünktlichkeit verschlechterte sich die Note. Die rutschte von einer 3,1 im Jahr 2013 auf eine 3,2 im Jahr 2014 ab. Dabei war der Zielwert doch eine 2,5. Man beachte die Verschlechterung der Note um 0,1.

Da würde es doch interessieren, wie es bei der S-Bahn aussieht, wenn es in puncto Pünktlichkeit eine glatte Note 1 geben würde. Dann wäre die S-Bahn wahrscheinlich immer fünf Minuten früher im Bahnhof - geht aber wohl nicht, weil dies den Fahrplan durcheinanderbringen würde. Von Interesse wäre auch, wenn die Note eine 6 wäre. Dann fährt wahrscheinlich gar keine S-Bahn mehr, und auf dem Bahnhofsvorplatz in Bietigheim-Bissingen würden die Postkutschen vorfahren.

Aufschlussreich ist auch der Blick auf die Zugausfälle. 75 Prozent seien auf Sachverhalte zurückzuführen, auf welche die S-Bahn gar keinen Einfluss habe, heißt es. Darunter der Streik im letzten Jahr mit 36 Prozent, Baustellen mit 26 Prozent und 13 Prozent durch die "Einwirkungen von Dritten": also Selbstmörder, oder der Notarzt musste den Zug stoppen, oder es wurde eine Bombe gefunden. Die restlichen 25 Prozent seien auf "Störungen" bei der Infrastruktur oder Probleme des Betreibers DB Regio/S-Bahn Stuttgart zurückzuführen. Aha. Um es ganz kurz zu machen: Mit der S-Bahn zu fahren, bringt irgendwie nur Ärger mit sich. Entweder sie ist unpünktlich, fällt ganz aus, ständig werden die Preise erhöht und seine Mitfahrer kann man sich auch nicht aussuchen.

Da kann für Sauberkeit 2014 die Bestnote 2,5 erzielt worden sein wie sie will - und damit auch 0,1 besser liegen wie 2013 - die S-Bahn kann ein Auto doch nicht wirklich ersetzen.

Bleiben wir noch kurz bei der Mobilität und im besonderen beim Auto. Von Löchgau kommend geht es in Bietigheim-Bissingen auf der Löchgauer Straße/Karl-Mai-Allee nicht mehr weiter. Also abbiegen, durch das Wohngebiet und über die Turmstraße in Richtung Stadtmitte. Sehr zur Freude der Anwohner. Dann steht man, vor allem abends, auf der verstopften B 27 und überlegt sich, warum es eigentlich ein Verkehrsleitsystem gibt.

Da kommt der Blitzmarathon in der nächsten Woche gerade recht. Was einmal als wirksame Aktion gedacht war, wird durch die Wiederholung nicht besser. Zumal jeder Autofahrer genau weiß, dass er an diesem Tag etwas vorsichtiger sein muss. Ziel sei es, dass langsamer gefahren werde, heißt es aus dem Stuttgarter Innenministerium. Deshalb werde die Polizei die Kontrollstellen auch in diesem Jahr wieder vorher veröffentlichen, was noch besser für die Autofahrer ist.

Ob langsamer gefahren wird, sei mal dahingestellt. Am besten lässt sich die Lernfähigkeit der Autofahrer an stationären Blitzampeln ablesen. Wenn man weiß, wo das Ding steht, fährt man 50 Meter vorher etwas langsamer, ist man am Blitzer vorbei, drückt man wieder aufs Gas.

Übrigens: Wer will, kann der Polizei auch so genannte "Aufregerstellen" melden, wo dann ganz sicher ein Blitzer steht. "Aufregerstellen" gibt es genug, aber nicht nur auf der Straße.