Schwerpunkt Verborgene Orte Ruheoase zum Innehalten

Auf dem Pleidelsheimer Damm kann man entlang des Kanals in aller Ruhe bis zum Kraftwerk laufen.
Auf dem Pleidelsheimer Damm kann man entlang des Kanals in aller Ruhe bis zum Kraftwerk laufen. © Foto: Jörg Palitzsch
Kreis Ludwigsburg / Jörg Palitzsch 25.08.2018

Der Pleidelsheimer Damm entlang des Kraftwerkskanals ist eine Ruheoase, die nur wenige Spaziergänger und Hundebesitzer kennen. Der breite Damm zwischen Neckar und  Kanal führt von der ehemals großen Kläranlage in Richtung Wasserkraftwerk. Ein Schild weist darauf hin, dass Reiten auf dem Damm verboten ist.

Im Kanal selbst sind zahlreiche Wasservögel zu beobachten, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen und ständig nach Futter tauchen. Zum Damm selbst gibt es  einen Parallelweg, der, an Wiesen vorbei, ebenfalls in Richtung Wasserkraftwerk führt. Von dort aus sieht man das Panorama der Weinberge zwischen Groß- und Kleiningersheim und das Schloss hoch über dem Tal.

Ruhiger und vor allem schattiger ist es aber auf dem Damm selbst. Der verläuft in einer leichten Kurve in Richtung Wasserkraftwerk, wird immer breiter und mündet schließlich in eine frei zugängliche Rasenfläche, die mit Obstbäumen bepflanzt ist.

In den Boden dieser  Rasenfläche hat jemand schon vor langer  Zeit ein überdimensionales Herz flach ausgegraben, dem Sommer wie Winter nichts anhaben kann. Noch ein Stück weiter steht eine Bank. Die ist zwar etwas unbequem weil sie schräg nach hinten abfällt,  für viele ist es trotzdem ein Punkt zum ausruhen und innehalten.

Von dort aus kann man dann auf dem Damm wieder zurücklaufen. Selbst jetzt im Sommer wird dieser unbekannte Platz kaum frequentiert – und das ist gut so. Diese Ruheoase liegt auf historischem Boden.

Das nahe Wasserkraftwerk wurde 1915 eingeweiht und war seinerzeit das größte Kraftwerk im Königreich Württemberg. Das Krafthaus der Anlage steht unter Denkmalschutz. Mehrere hundert Arbeiter waren, zeitweise auch nachts, auf den Baustellen des Wehrs und des Kanals beschäftigt. Sie kamen zum Teil mit der Baufirma aus Bayern, aber auch aus Österreich, der Schweiz und Italien. Beim  Baubeginn 1913 waren bereits 300 Arbeiter  beschäftigt, später  bis zu 700. Der Kriegsausbruch sorgte dann für einen starken Rückgang dieser Zahlen.

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