Pleidelsheim / Günther Jungnickl

Spät, aber nicht zu spät, hat Gemeindekämmerer Andreas Linge am Donnerstag seinen ersten Etat nach dem neuen baden-württembergischen Haushaltsrecht (Doppik) vorgestellt.

Bürgermeister Ralf Trettner entschuldigte die verspätete Einbringung des Haushaltsplans in erster Linie mit dem Rathausumbau, weil der Umzug schließlich erst im Dezember stattgefunden habe. Allerdings hatte er auch bessere Nachrichten im Gepäck: „Denn wir haben gute Rücklagen, falls wieder schwierigere Zeiten auf uns zukommen, nach fast einem Jahrzehnt toller Steuereinnahmen.“

Danach hatte der Kämmerer das Wort, und tat das, indem er erst einmal den Gemeinderäten die Systematik des Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (NKHR) erklärte. Doch nicht nur Ernst Speer (FWV) war das offensichtlich zu wenig angesichts der veränderten Lage, er forderte namens seiner Kollegen zusätzliche Aufklärung und Verwaltungschef Trettner versprach es auch: „Das war zwar nicht so geplant, aber wir machen das natürlich gerne.“

Der Haushaltsplan 2019 für die Gemeinde Pleidelsheim habe ein insgesamt „ordentliches Ergebnis“ (Linge) gebracht. Er hat ein Gesamtvolumen von 16,3 Millionen Euro, obwohl der Kämmerer vor allem die Gewerbesteuereinnahmen eher „konservativ wie im Vorjahr“ mit vier Millionen Euro (2017: 4,95 Millionen Euro) kalkuliert hat. Allerdings ist der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer nach der Steuerschätzung des Landes vom 20. September 2018 höher und dürfte in diesem Jahr vermutlich alles in allem knappe 4,6 Millionen Euro erreichen.

Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer soll voraussichtlich 646 000 Euro betragen und die Schlüsselzuweisungen vom Land 1,4 Millionen Euro. Die Grundsteuereinnahmen werden nach Linges Berechnungen 1,176 Millionen Euro betragen und müssen erneut nicht angehoben werden. Die letzte Anhebung fand im Jahr 2002 statt: Seitdem betragen die Hebesätze für die Grundsteuer A (landwirtschaftliche Grundstücke) 375 Prozentpunkte und für die Grundsteuer B (innerorts) 410 Prozentpunkte.

Alles in allem könne  mit Steuern und ähnlichen Abgaben von 10,79 Millionen Euro gerechnet werden. Unterm Strich kommen mit Umlagen und Entgelten auf diese Weise 16,3 Millionen Euro zusammen.

Personalkosten steigen

Allerdings steigen die Ausgaben vor allem fürs Personal und die damit zusammenhängenden Versorgungsaufwendungen von 4,9 Prozent auf mehr als 5,3 Millionen Euro an. Wovon vor allem das Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche profitiert. Aber auch die Investitionstätigkeit lässt nichts zu wünschen übrig: 7,873 Millionen Euro hat der Kämmerer in diesem Jahr dafür eingeplant. Wovon die Sanierung der Sporthalle den Großteil mit 3,2 Millionen Euro verschlingen wird. Außerdem wird auch die Wohnbauförderung und Wohnraumversorgung, laut Bürgermeister Trettners anfangs zitierte Aussage, 700 000 Euro kosten. Nach den beiden Mehrfamilienhäusern in der Hafengasse stehen nämlich ein Zuschuss für die Wohnbau Pleidelsheim in Höhe von 600 000 Euro und die 100 000 Euro Planungskosten für das Haus in  der Mörikestraße 1 an.

Außerdem sind noch städtebauliche Sanierungskosten in Höhe von zwei Millionen Euro für die „Neue Mitte“ (Schillerplatz) eingeplant, 240 000 Euro für die neue Urnenanlage am Pleidelsheimer Friedhof und 200 000 Euro für die neue Kleingartenanlage am Mundelsheimer Weg. Und dann auch noch 360 000 Euro für die Förderung  von U3-Kinder-Einrichtungen in der Ludwig-Hofer-Straße und in der Max-Eyth-Straße. Ganz abgesehen davon, dass auch der Bauhof noch auf den Erwerb eines Elektrofahrzeuges (55 000 Euro) wartet.

Unterm Strich erwartet Linge auch noch ein Plus von 2,073 Millionen im Ergebnishaushalt.

Die wichtigsten Zahlen des Haushaltsplanes

16,3 Millionen Euro beträgt  das Gesamtvolumen des Pleidelsheimer Haushalts 2019.

4,0 Millionen Euro sollen aus der Gewerbesteuer in die Gemeindekasse fließen.

4,6 Millionen Euro können aus der Einkommenssteuer erwartet werden.

7,9 Millionen Euro betragen die für 2019 veranschlagten Investitionen.

5,3 Millionen Euro sind für die Personalkosten vorgesehen.

2,1 Millionen Euro stehen im  Ergebnishaushalt.