Wir machen Musik aus unserer Jugendzeit“, sagt Rolf Iseler. Der 69-Jährige ist Bassist bei der Cover-Band „The-beat-union“. Die Band spielt Rocksongs aus den Jahren 1962 bis 1975. „Uns ist wichtig, Musik für das Publikum zu machen. Es soll getanzt werden und eine Gemeinschaft entstehen“, erklärt der Bassist.

Angefangen hat Iselers Musikkarriere 1965 mit der Schulband „Birds“. Mit 18 Jahren hat der Musikliebhaber Zivildienst geleistet. „Das ging ja allen so. Nach dem Bund hat man bei einer Band angeheuert, um wieder musikalisch aktiv zu werden“, berichtet der 69-Jährige.

Es war üblich Songs „nachzuspielen“. Jedoch war das erschwert: „Man musste mit dem Auto irgendwohin fahren, um einen der weniger Sender, die Rockmusik spielten, zu empfangen. Beim Plattenkauf war es dasselbe“, sagt Iseler. Harmonien mussten selbst herausgehört, Gitarrengriffe überlegt werden. Dass dabei nicht immer alles exakt so wiedergegeben wurde, wie es im Original war, ist selbstredend. Gerade bei den englischen Texten kamen oftmals lustige Passagen zusammen.

Iselers zweite Band waren die Lokalmatadore „Shatters“, die im Kreis Ludwigsburg, in der eine große Beat-Szene entstanden war, viel Popularität genossen. „Wir spielten sogar in Miami, aber natürlich viel hier in der Region“, erinnert sich der Musiker. 1971 lösten sich die „Shatters“ auf, das hieß allerdings für Rolf Iseler sowie den Sänger Jörg Fröscher und den Keyboarder Manfred Bode nicht, dass es aus war mit der Musik. Sie gründeten vor neun Jahren mit drei Neuzugängen, Volker Dörfler an der Gitarre, Ulli Stotz am Schlagzeug und Karl-Heinz Großhans an Gitarre und Saxophon, „The-beat-union“. Alles Vollblutmusiker mit viel Erfahrung in anderen Bands. Großhans etwa spielte zuvor bei den legendären „Maroons“ und der Deutsch-Rock-Band „Eulenspygel“. Stotz bei den Ludwigsburger „The Synphonies“.

„Wir spielen keine reinen Coversongs, sondern lassen einander Platz für Improvisationen“, erklärt Iseler. Überladene Musik lasse dem Publikum zu wenig Raum, um in Erinnerungen zu schwelgen. Doch genau das sei das Besondere an den Auftritten der Band. „Das ist die Musik unserer Jugend. Die Zuhörer können sich an ihre damaligen Erlebnisse erinnern, mitsingen und mitfiebern“, so Iseler. Die jüngeren Generationen seien aber auch vertreten, die dann ganz neue Seiten an ihren Eltern und Großeltern entdecken und mit diesen zum Garagensound von „The-beat-union“ feiern können.

Musik für alle Generationen

„Auf den ersten Blick denkt man an eine Altersheim-Versammlung, doch dann singen alle miteinander ‚Let’s spend the night together’ von den Stones mit“, scherzt der 69-Jährige.

Iselers Herz schlägt zwar für die Musik, nichtsdestotrotz betrieben er und seine Bandkollegen sie stets nebenberuflich. Der Geschäftsführer einer Ludwigsburger Firma ist auch Gesellschafter im Scala. „Dadurch bin ich immer noch stark in die Szene involviert. Gerne stehe ich jungen Musikern mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Iseler.

„The-beat-union“ geben zehn bis 15 Konzerte pro Jahr, zuletzt bei der „Oldie-Night“ in Großbottwar vor gut 2000 Leuten. „Solange wir beim Publikum ankommen und es uns Freude bereitet, machen wir weiterhin Musik, sie hält uns jung“, sagt der Bassist.