Osmanen Rocker-Opfer bestätigt die Machete

Kornwestheim / Bernd Winckler 12.02.2019

Drei Monate lang verhandelt das Stuttgarter Landgericht den Kornwestheimer Osmanen-Germania-Macheten-Prozess schon. Das 26-jährige schwerverletzte Opfer ist inzwischen wegen falscher Anschuldigung verurteilt worden (die BZ berichtete). Am 24. Verhandlungstag wurde der Verurteilte erneut als Zeuge aufgerufen. Jetzt beteuerte er, dass er die Wahrheit sagt, obwohl die Richter weiterhin skeptisch sind.

Zum Tathergang 2018

Am 12. Februar vergangenen Jahres überfiel eine Gruppe vermummter Männer in einem Kornwestheimer Wohngebiet einen 26-Jährigen. Es folgten Schläge mit Holzknüppel, Machete und insgesamt sieben Messerstiche in die Oberschenkel, die im Ludwigsburger Klinikum versorgt werden mussten. Die Staatsanwaltschaft stuft die Aktion in den Krieg zwischen den Rockerbanden Osmanen Germania BC und den Bahoz-Anhängern ein. Anklage: Versuchter Mord. Doch in dem Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht hat sich vergangene Woche das Blatt gewendet: Das schwer verletzte Opfer ist wegen falscher Anschuldigung und Freiheitsberaubung durch eine absichtliche Falschaussage bei der Polizei zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Als Zeuge kam der Mann wegen seiner falschen Belastungsaussage daher nicht in Frage. Das hat sich am Montag geändert. Erneut haben ihn die Richter der 4. Großen Strafkammer in den Zeugenstand gerufen.

Befragung zur Machete

Intensiv wird der 26-Jährige zur Machete befragt. Ob es wirklich stimme, dass einer der Angreifer eine solche Waffe dabei hatte und damit zuschlug? Immerhin sei er wegen einer Falschbezichtigung rechtskräftig verurteilt. Jetzt gelte es, die Wahrheit zu sagen. Der Zeuge flüstert kurz mit seinem Anwalt. Dann verkündet er, dass er sich sicher ist, dass eine Machete dabei war. Er bleibt dabei, als ihm die Richterin mit dem Geständnis eines Angeklagten konfrontierte, der zwar Schläge zugibt, aber behauptet, eine Machete habe keiner gehabt. Warum er in ersten polizeilichen Aussagen einen der hier Angeklagten fälschlich als Mittäter bezeichnete, erklärt der Zeuge damit, dass hinterher in den Sozialen Medien der Fall öffentlich gemacht wurde und ihm Unbekannte drohten. Da habe er große Angst um sein Leben gehabt. Und er sei damals auf Drogen gewesen und unter Druck gestanden.

Bis April wird die Stuttgarter Strafkammer den Fall noch behandeln und weitere Zeugen vernehmen – auch eine Gutachterin zur Frage des behaupteten Drogenkonsums.

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