Fußball Reus trägt Hoffnungen im „WM-Dorf“

cp 18.06.2018

Sascha Hodzic und seine Lebensgefährtin Alexandra Goldschmidt haben für die Fußballfans aus Sachsenheim und Umgebung ein kleines „WM-Dorf“ gestaltet. Vor dem Ratskeller neben dem alten Rathaus in Kleinsachsenheim und im Gewölbekeller sind insgesamt drei große Bildschirme installiert. Rund 70 Gäste blicken gespannt und voller Vorfreude dem Auftaktspiel des Titelverteidigers entgegen. Enttäuschung macht sich breit, dass Mesut Özil in der deutschen Startaufstellung steht. „Ich hätte 2:1 für uns getippt, aber wenn jetzt Özil für Marco Reus spielt, tippe ich auf ein 1:1“, meint Hodzic, der erst vor kurzem mit dem SV Germania Bietigheim die Meisterschaft in der Bezirksliga gefeiert hat. Zuversichtlicher gibt sich Meistertrainer Jochen Folk, der mit der SGM Sachsenheim den Titel in der Kreisliga B 7 geholt hat: „Deutschland gewinnt 2:0 oder 3:0. Ob Löw lieber Özil statt Reus aufstellt, muss er entscheiden.“ Als Özil beim Abspielen der deutschen Nationalhymne eingeblendet wird, macht sich erneut Unmut breit. „Der singt wieder nicht mit. Aber da kannst du nichts anderes erwarten“, ärgert sich ein Fan.

Zur Halbzeit und dem 0:1-Rückstand stellt Trainer Folk fest: „Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein, da sind wir noch gut bedient. Bei Deutschland ist kein Tempo im Spiel. Jetzt muss Reus kommen und im Eins-gegen-eins Löcher in die mexikanische Defensive reißen. Ich glaube trotzdem noch an ein 2:1 für uns.“ Ralf Grott hat die defensiven Außenbahnen als Schwachstellen ausgemacht und meinte nach 45 Minuten: „Jonas Hector fehlt, über Marvin Plattenhardt geht über links nichts. Joshua Kimmich kriegt die rechte Seite nicht in den Griff. Die Mannschaft hat komplett versagt.“

Als der Bundestrainer in der zweiten Hälfte dann tatsächlich den Dortmunder Reus einwechselt, steigt die Hoffnung auf ein besseres deutsches Offensivspiel sprunghaft an. „Jetzt spielen wir im 4-1-4-1“, hat Folk schnell erkannt. „Wir waren im Mittelfeld sowieso nicht gut aufgestellt“, meint er zur Auswechslung von Sami Khedira. Er und Hodzic werden zudem bestätigt, als Löw die Viererkette auflöst und mit Mario Gomez einen Brecher für die Sturmmitte aufs Feld schickt. Das hatten die beiden Fußball-Experten schon vorausgesagt: „Löw muss hinten auflösen.“ Pure Verzweiflung sieht Hodzic in der Einwechslung von Julian Brandt. Dabei hätte der Leverkusener beinahe den Ausgleich erzielt.

„Es war eine klare Steigerung in der zweiten Halbzeit, aber die Mannschaft hat nicht zwingend genug nach vorne gespielt und zu kompliziert agiert“, fasste Folk den ersten Auftritt des Weltmeisters zusammen. Und setzt am Samstag gegen Schweden auf Reus in der Anfangsformation – wie so viele im „WM-Dorf“. Köln-Fan Glatt war enttäuscht: „Die müssen 200 Prozent drauflegen und Reus muss von Anfang an spielen. Ich hoffe auch auf Hector.“ Philipp Quero, Spieler der SGM Sachsenheim, glaubt an eine gute WM des Titelverteidiger: „Sie müssen eine Schippe drauflegen, das Gegentor fiel aber auch nach einem unglücklichen Konter. Ich bin zuversichtlich, dass es besser wird.“

Überschrift Infokasten einzeilig

Anlauf steht hier Text für einen dreispaltigen Infokasten. bz

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