Der Grünen-Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Bietigheim-Bissingen, Daniel Renkonen, hat in einem offenen Brief an Landrat Dr. Rainer Haas das Landratsamt kritisiert. Renkonen hat sich dem Zustand der drei Kreistraßen zwischen Freudental-Cleebronn und Tripsdrill (K 1632), zwischen Kleiningersheim und Hessigheim (K 1618) und zwischen Untermberg und Unterriexingen (K 1684) gewidmet. An ihn seien mehrere Beschwerden von Bürgern über den maroden Zustand dieser Kreisstraßen herangetragen worden, heißt es einer Mitteilung des Abgeordneten. Alle drei Straßen seien nur eingeschränkt befahrbar, da teilweise die Bankette fehlen und die Fahrbahnbeläge zahllose Schlaglöcher aufweisen.

„Die drei Trassen sind zudem sehr kurvenreich, beengt und verlaufen größtenteils durch eingeschränkt einsehbares Waldgebiet beziehungsweise an Rebhängen vorbei. Der schlechte Zustand erhöhe das Unfallrisiko“, so Renkonen weiter. Daher habe er in einem Brief an Landrat Haas appelliert, die Sanierung beziehungsweise den Ausbau zügig anzugehen. „Offenbar scheitern die Maßnahmen bislang am Grunderwerb für den Ausbau, wie mir von kommunaler Seite signalisiert worden ist. Die Verhandlungen seien völlig festgefahren, heißt es“, schreibt Renkonen.

Verkaufspoker als Grund

Daher stelle sich für ihn die Frage, ob der Landkreis seine Sanierungs- und Ausbaupläne möglicherweise „umplanen“ müsse, um beispielsweise engere Kurvenradien vorzusehen. Dadurch würden nicht so viele Flächen beansprucht und der Grunderwerb könne beschleunigt werden. „Es kann jedenfalls nicht sein, dass der Verkaufspoker mit einigen Grundstückseigentümern zu Lasten der Verkehrssicherheit geht“, so Renkonen. Daher sei die Bitte an ihn herangetragen worden, dass der Landrat die Bauvorhaben zur Chefsache machen solle.

Der schlechte Zustand der Straßen ist schon länger Thema. „Die Stadt ist bei den Planungen und Grundstücksverhandlungen nicht beteiligt, wir wissen aber, dass daran von Seiten des Landratsamts gearbeitet wird. Ob es hier Probleme gibt, ist uns nicht bekannt“, sagt Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen zur K 1684. Die Stadt habe ihren Teil zur Verbesserung der Kreisstraße schon erledigt, teilt sie mit: „Wir haben vor einigen Jahren die Straße innerhalb von Untermberg, also vom Kreisverkehr bergabwärts, saniert. Für die Strecke außerorts ist das Landratsamt zuständig und wir befürworten natürlich die Sanierung.“

In seinem Brief schreibt Renkonen auch, dass auch vom Erlebnispark Tripsdrill Klagen über den Zustand der K 1632 kommen. Auf BZ-Nachfrage erklärt der Tripsdrill-Pressesprecher Birger Meierjohann: „Wir teilen die Einschätzung, dass die Kreisstraße K 1632, die vom Krappenberg bei Freudental in Richtung Cleebronn führt, sanierungsbedürftig ist. Wir werden regelmäßig sowohl von Besuchern als auch von Lieferanten und Busfahrern auf den schlechten Zustand der Straße angesprochen.“

Roland und Benjamin Fischer von der Geschäftsleitung seien kürzlich beim Regierungspräsidium in Stuttgart gewesen, um zusammen mit anderen Betroffenen anstehende Straßenbaumaßnahmen im näheren Umkreis zu diskutieren. „Mit Verwunderung hat die Tripsdriller Betreiberfamilie Fischer festgestellt, dass die K 1632 nicht auf der Agenda stand“, so Meierjohann. Auf Nachfrage sei mitgeteilt worden, dass „eine Gemeinde“ dem geplanten Ausbau (noch) nicht zustimme.

Tripsdrill sieht steigende Gefahr

Dabei wäre das Unternehmen auch bereit, selbst etwas beizusteuern: „Die Streckenführung der K 1632 berührt sowohl den Landkreis Heilbronn als auch den Landkreis Ludwigsburg. Auf Heilbronner Seite haben wir uns als Anrainer schon bereit erklärt, eigene Grundstücksteile für den Ausbau der Kreisstraße zur Verfügung zu stellen.“ Der Zustand der Straße sei kein gutes Aushängeschild für die Region. Noch mehr Sorge bereite Tripsdrill aber die steigende Gefahr von Unfällen. Die Kurve südlich des Wildparadieses gelte im Volksmund schon als „Todeskurve“.

Das Landratsamt hat für Freitag eine Antwort auf den Brief des Abgeordneten angekündigt.