Lärmschutz Renkonen fordert Tempo 100 auf der A 81 bei Freiberg

Wenn es nach dem Willen des Grünen-Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen geht, soll auf der Autobahn bei Freiberg bald Tempo 100 gelten. Damit greift er eine alte Forderung der Stadt auf und weiß auch den Landrat hinter sich.
Wenn es nach dem Willen des Grünen-Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen geht, soll auf der Autobahn bei Freiberg bald Tempo 100 gelten. Damit greift er eine alte Forderung der Stadt auf und weiß auch den Landrat hinter sich. © Foto: Martin Kalb
Landkreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 11.09.2018

Gerade während der heißen Tage im Sommer haben mich viele Mails erreicht“, sagt Daniel Renkonen, Grünen-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen. Anwohner der A 81 in Freiberg haben sich in den Mails laut Renkonen über die Lärmbelästigung beschwert. „Wir können noch nicht einmal unsere Fenster zum Lüften aufmachen, weil es so laut ist“, sei der Tenor gewesen. Diese Zusendungen, sagt Renkonen hätten dazu geführt, dass er nun einen Brief an Uwe Lahl, den Ministerialdirektor im Landesverkehrsministerium geschrieben hat. Darin fordert Renkonen ein Tempolimit von 100 Stundenkilometer für die A 81 in Freiberg. „Die Autobahn zerschneidet den Ort und der Lärm ist schon lange ein Thema“, so der Grünen-Abgeordnete.

Man habe zwar schon Flüsterasphalt eingebaut und der zeige auch Wirkung, aber gerade die Brücke sei ein neuralgischer Punkt, weil dort kein Flüsterasphalt möglich sei und zudem noch der Lärm vom Überfahren der einzelnen Versatzstücke hinzukomme. „Ich fahre die Strecke auch oft und gerade wenn sie frei ist beschleunigen viele zusätzlich, um den Berg hinauf zu kommen oder fahren schneller als erlaubt hinab“, sagt Renkonen.

Auch Wände würden helfen

Natürlich würden auch Lärmschutzwände helfen, sagt der Abgeordnete, deren Errichtung scheitere aber wohl an den Planungen, die A 81 weiter auszubauen. Um überhaupt aber eine Grundlage für die Diskussion zu haben, solle nun zunächst einmal wieder der Lärm gemessen werden.

Der Grüne betont, dass er mit der Forderung eines Tempolimits auf keinen Fall der Stadt Freiberg in den Rücken fallen wolle, wenn er schreibt: „Es ist zwar gut, wenn die Stadt Freiberg  städtebauliche Visionen wie den Bau eines Autobahndeckels anstrebt, aber den lärmgeplagten Anwohnern ist damit in den nächsten Jahren nicht geholfen.“ Für ihn gehe es mit seinem Anliegen um schnelle Erleichterung für die lärmgeplagten Anwohner. Bei der Vision einer Überdeckelung, die auch Renkonens Kollege Fabian Gramling (CDU) unterstützt, will die Stadt die Stadtmitte von Lärm und Abgasen befreien und gleichzeitig zusätzliches Bauland für Wohnungen und Büros gewinnen. Eine Machbarkeitsstudie geht von einer Autobahn-Überdeckelung zwischen der nördlichen Brücke (Württemberger Straße) bis zur südlichen Unterführung (Bilfinger Straße) mit einer Gesamtlänge von 450 Metern aus. Die Landschaftsbrücke soll in Leichtbauweise mit Wohn- und Bürogebäuden bebaut werden.

Für Gramling sind Tempolimits nicht „das Allheilmittel“. Die Dehnfugen bei Brücken sorgten auch für Lärmbelastung. Mit einer neuen Technik, die Fugenabdichtung mit Luftkissen vorsehe, könnten laut Gramling Verbesserungen herbeigeführt werden.

Landrat Haas unterstützt Idee

Auf Nachfrage erklärt das Landratsamt, dass Landrat Dr. Rainer Haas sowohl die Temporeduzierung als auch die Überdeckelung begrüßen würde, weist aber auch darauf hin, dass dies im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums liege.

Wie schnell die von Renkonen angestrebte schnelle Linderung tatsächlich umgesetzt werden kann, muss sich erst zeigen. Ein Sprecher des Verkehrsministeriums erklärte, man werden den Brief und die darin geäußerten Anregungen genau überprüfen. Vor einer schriftlichen Antwort auf den Brief gebe das Ministerium aber keine Stellungnahme ab. „Um eine Geschwindigkeitsreduzierung hinzubekommen, muss entweder ein Unfallschwerpunkt an der Stelle bestehen – das ist in Freiberg nicht der Fall – oder die zulässigen Lärmgrenzwerte müssen überschritten werden“, erklärt Renkonen die Anforderungen selbst.

Im Freiberger Rathaus ist man froh über das Vorgehen von Renkonen. „Das ist für uns kein neues Thema. Schon 2010 hat der Gemeinderat Tempo 100 gefordert“, sagt Bürgermeister Dirk Schaible. Umso schöner sei es, wenn Renkonen erneut einen Anlauf nehme. Schaible bestätigt, dass der Verkehr mit 120 000 Autos pro Tag immens sei und die Freiberger stark belaste. Jetzt, wo Mittel im Haushalt da seien, sei es an der Zeit, den Menschen zu helfen. Für Schaible sind dafür mehrere Maßnahmen notwendig.

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