Bildung Rektoren hoffen auf digitale Bildungsplattform

Landkreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 25.07.2018

„Ella“ die elektronische Lehr- und Lernassistenz-Plattform des Landes, steht wohl vor dem Aus. Noch bis 31. August hat Kultusministerin Susanne Eisenmann den Entwicklern Zeit gegeben, einen Vertragsentwurf mit den Subunternehmern vorzulegen, sonst werde das Projekt, das für Schulen eine digitale Bildungsplattform schaffen sollte, rückabgewickelt (die BZ berichtete)

Die BZ hat sich bei Rektoren  umgehört, wie sie das Thema einschätzen. Achim Salomon, Rektor am Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim ist von dem drohenden Aus des Projekts „Ella“ nicht überrascht: „Ich war auf der Learntec (eine Messe für professionelle Bildung, Lernen und IT) in Karlsruhe und schon dort gab es Probleme mit dem Programm.“

Grundsätzlich findet er eine Plattform, auf der Lehrer Unterrichtsmaterialien austauschen können, aber sinnvoll. „Eines der ersten Dinge, die ich hier eingeführt habe, war eine dienstliche E-Mail-Adresse für die Lehrer“, sagt Salomon. Nach seiner Ansicht krankt das Projekt „Ella“ vor allem daran, dass man es als interne Lösung des Kultusministeriums versucht habe. „Wir sind nun mal keine IT-Fachleute sondern Pädagogen“. In Bönnigheim bediene man sich einer externen Lösung, auf die Lehrer und Schüler zugreifen könnten und die die neue Datenschutzrichtlinie befolge. Salomon hofft, dass die Bemühungen des Ministeriums auf diesem Gebiet nicht enden.

Auch Claus Stöckle, Rektor an der Realschule am Aurain in Bietigheim bedauert, dass das Projekt wohl vor dem Aus stehe. „Wir sind keine der Schulen die das System testen durften, daher kenne ich die genauen Features nicht, aber grundsätzlich wäre eine solche Plattform sehr wünschenswert.“ Die Realschule selbst nutze das System „Schulkartei“ für die Lehrer-Schüler-Verwaltung. Eine Dienst-E-Mail habe hingegen nicht jeder Lehrer. „Wir dachten, dass wir erst abwarten und keine Schul-Mail einrichten, aber jetzt werden wir wohl selbst tätig werden.“ Stöckle hofft, dass das Ministerium am Ball bleibt. „Ob jetzt aus diesem Projekt oder einem anderen – eine solche Plattform wäre sehr hilfreich.“

An den Ellentalgymnasien hofft man, dass „Ella“ doch noch kommt. Oberstudiendirektor Lutz Kretschmar sagt: „Wir hatten uns ja beworben und für uns wäre es für die Tabletklassen sehr wichtig.“ Auch die scheidende Rektorinn Gerda Grawunder zeigte sich überrascht von dem drohenden Aus: „Ella wäre sehr wichtig für uns. Wir sind Teil des Tabletversuchs und dafür ist es wichtig, eine Plattform im rechtlich gut geschützten Rahmen zu haben.“ Hier gebe es eine Lücke in der digitalen Unterrichtsform, deren Schließung unverzichtbar sei.

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