Freiberg Rat entscheidet über Schulneubau

Der Neubau der Oscar-Paret-Schule (Bildmitte) könnte auf der Grünfläche und den bisherigen Tennisplätzen an der A 81 entstehen. Der Gemeinderat entscheidet an diesem Donnerstag.
Der Neubau der Oscar-Paret-Schule (Bildmitte) könnte auf der Grünfläche und den bisherigen Tennisplätzen an der A 81 entstehen. Der Gemeinderat entscheidet an diesem Donnerstag. © Foto: Werner Kuhnle
Freiberg / Günther Jungnickl 05.07.2018

Nach sieben Jahren zum Teil heftiger Diskussionen  soll heute im Gemeinderat der Baubeschluss für den Neubau der Oscar-Paret-Schule (OPS) gefällt werden, der nach heutigen Berechnungen 81 Millionen Euro kosten wird. Die Stadtverwaltung hat im Vorfeld dieser Entscheidung noch einmal alle Register gezogen, um ihre Bürger von der Notwendigkeit ihres Tuns zu überzeugen: An sämtliche Freiberger Haushalte wurde nämlich eine Broschüre mit dem Titel „Blickpunkt: Neubau Oscar-Paret-Schule mit Sporthalle, Parkdeck und Freianlage“ verteilt. Und wen sie nicht erreicht, der kann sie sich selbst entweder im Rathaus abholen oder sie via Homepage „downloaden“.

Schaible will gut informieren

Bürgermeister Dirk Schaible möchte schon, dass sich seine Mitbürger gut informiert fühlen, denn für sein Prestigeprojekt formierte sich von Anfang an auch Widerstand. Vor allem im Gemeinderat: Die fünfköpfige CDU-Fraktion hatte schon die Grundsatzentscheidung von 2014 nicht mitgetragen und deshalb zu seinem Ärger auch aus diesem Grund ihre Zustimmung zu den Haushaltsplänen 2017 und 2018 verweigert.

Zuletzt unterstützt auch durch die SPD-Gemeinderäte Gabriele Böttle und Klaus-Peter Bakalorz sowie  Holger Fritz (ULF). Denn nach wie vor sind vor allem die Christdemokraten davon überzeugt, dass eine Sanierung des mehr als 45 Jahre alten Schulgebäudes preiswerter geworden wäre und rechnet den Preis für diesen Neubau inzwischen sogar mit über 100 Millionen Euro hoch.

Kaum Zuschüsse für Sanierung

Doch Schaible und sein Erster Beigeordneter und früherer Kämmerer Stefan Kegreiß wähnen sich auf der sicheren Seite, zumal sie ausgerechnet hatten, dass eine Sanierung mindestens 5,4 Millionen Euro teurer gewesen wäre, weil das Land Baden-Württemberg Sanierungen nicht oder nur geringer bezuschusst. Stefan Kegreiß und Hauptamtsleiter Bernhard Joos ließen sich deshalb unmittelbar vor der abschließenden Haushaltsberatung 2018 noch einmal vom zuständigen Dezernatsleiter des Regierungspräsidiums Stuttgart versichern, dass der bereits zugesagte Landeszuschuss von 20,4 Millionen Euro verloren ginge, falls sich die Stadt Freiberg dennoch für eine Sanierung entscheiden würde.

Dass der Neubau viel teurer wird, als mit 38,8 Millionen Euro ursprünglich angenommen wurde, ist nicht zuletzt der Landregierung zu verdanken. Denn deren neues pädagogisches Konzept bewirkte eine glatte Verdoppelung der Schulräume und dazu kamen noch höhere Sicherheits- und Brandschutzaspekte. Ganz zu schweigen vom  Schutz vor Immissionen von der direkt am geplanten Standort der neuen OPS vorbeiführende A 81, die Belüftungsgeräte auf den Dächern erfordert. Also stieg der (zunächst nur geschätzte) Preis für das Schulhaus anfangs auf 61,5 Millionen Euro, dann auf über 70 Millionen Euro und schließlich (als inzwischen echte Kostenberechnungen vorlagen) auf inzwischen 81 Millionen Euro.

Doch daran halten sich die Befürworter des Neubaus vor allem fest: Dieser Schulbau bietet die Chance, ein Raumkonzept nach den überarbeiteten Plänen des Kölner Architektenbüros „mvm+Starke“ umzusetzen, das sich ganz nach heutigen pädagogischen Anforderungen richtet. Insbesondere der Ausbau der Ganztagsbetreuung stellt dabei radikal veränderte Ansprüche an die schulischen  Räumlichkeiten, so zum Beispiel an eine flexible Mensa. Besonderer Wert werde darüber hinaus noch auf nachhaltige Materialien und auf energetische Effizienz gelegt.

Wenn an diesem Donnerstag der Baubeschluss getroffen wird, dann beginnen im Jahr 2019 die Bauarbeiten; die neuen Räume sollten dann zum Schuljahresbeginn 2021 bezogen werden können, die Sporthalle könnte dann zwei Jahre später fertig werden. Wenn dann die neue OPS steht, beginnen sofort die Abrissarbeiten an der alten Schule, denn ab 2025 soll dann nach den Plänen von Architekturprofessor Jörg Aldinger („Plätze“) in der Folge das gesamte Stadtzentrum Freibergs ein neues Gesicht bekommen.

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