Zum dritten Mal startet am Freitag, 8. Mai, in München die "eTourEurope", für die sich zwölf Teams aus mehreren europäischen Ländern angemeldet haben. Mit dabei: Stefan Krüger aus Oberriexingen, der mit seinem Renault "ZOE" im Team "Electrify BW" an den Start geht. Seine Co-Pilotin Ute Wolfangel stammt aus Weil der Stadt. Die beiden teilen sich die insgesamt 4500 Kilometer lange Strecke, die an neun Tagen durch neun europäische Städte führt.

Auch der 15-jährige Gymnasiast Robin Engelhardt aus Ditzingen, extra für das Rennen vom Schulbesuch befreit, fährt in Krügers E-Mobil mit. Der 24 Jahre junge Felix Uhlmann aus Stuttgart, Student der Umweltschutztechnik, wird ebenfalls ein paar Etappen mit bestreiten. Engelhardt und Uhlmann sind auf der Fahrt für die Navigation und die Medienarbeit verantwortlich. Nicht zuletzt durch ihre Teilnahme soll der Funken der Elektromobilität auf die nächste Generation überspringen - und genauso auf alle anderen Interessenten an den Zielorten und entlang der Strecke. Motto der "eTourEurope": "Die eMobile müssen heraus aus den Showrooms und hin zu den Bürgern."

Es geht allerdings nicht nur um den sportlichen Wettbewerb der Teams untereinander. Jedes Team tritt auf jeder Etappe gegen die noch dünne Infrastruktur von Ladestationen an. Jedes ihrer Autos ist anders und kommt besser oder schlechter mit den Erfordernissen der Strecken zurecht. Das Team, das bei der Bewältigung dieser Aufgaben auf der Gesamtstrecke am wenigsten Zeit liegen lässt, wird im Zielort München am 17. Mai zum Sieger gekürt.

An den Etappenzielen, aber auch an eigens eingerichteten Meeting Points entlang der Strecke können sich Zuschauer über die teilnehmenden Wagen informieren. Es werden sogar Probefahrten mit einzelnen E-Mobilen angeboten. So kann sich jeder Interessent davon überzeugen, wie sich der Fahrkomfort beispielsweise der elektrischen Luxuslimousine Tesla Model S darstellt. Die amerikanischen Pioniere im Bereich der E-Fahrzeuge-Entwicklung sind darüber hinaus mit ihrem Tesla Roadster im Rennen. BMW schickt seinen i3 auf die Strecke, Peugeot einen batteriebetriebenen 106er, Nissan tritt mit dem e-NV200 an, VW mit dem eGolf.

Die Crew von Stefan Krüger versucht ihr Glück im Renault ZOE. Wegen der dezidiert auf Alltagstauglichkeit hin entwickelten Ladetechnik ihres Autos rechnen sich die Schwaben sogar Siegchancen bei der Rundfahrt durch Europa aus. Denn die Batterien ihres Autos laden sich in nur einer Stunde fast vollständig auf, andere Modelle brauchen dafür bis zu fünfmal so lange. "Wichtiger als der sportliche Wettkampf ist aber die Durchsetzung des Prinzips Elektromobilität in den Köpfen der Menschen", wie Krüger betont.

Info Flankiert wird das Rennen von einem Guinness-Weltrekordversuch am 17. Mai in Linz in Österreich. Dafür müssen mehr als 161 E-Autos in der Stadt versammelt sein - und somit mehr als beim letzten Weltrekord in Norwegen. Doch auch wenn das nicht gelingen sollte, liegt ein Rekord in der Luft. Rund um die Tour werden über 1000 E-Fahrzeuge erwartet. Damit streben die privaten Veranstalter an, das bislang größte E-Mobil-Ereignis weltweit zu werden.

Rundfahrt startet am 8. Mai in München

Strecke Der Start der dritten Austragung dieser Rundfahrt ist in München. Von dort aus geht sie über Basel, Luxemburg und Paris nach Brüssel, Amsterdam und Bremen. Danach werden Berlin, Dresden, Prag, Bratislawa, Budapest und Wien als Etappenziele angesteuert. Die Streckenabschnitte, die Höhenprofile, die Abstände zwischen den Ladestationen, deren Verhältnis zu den in den Autos eingesetzten Batterien in Korrelation zum jeweiligen Fahrverhalten - all das müssen sich die Crews im Einzelnen selbst erarbeiten. Strom Das sind keine geringen Herausforderungen, denn schließlich sind Ladestationen für strombetriebene Autos noch rar gesät. Die Anpassung der Fahrt an die Verteilung der geeigneten elektronischen Ladeeinheiten ist eine der wichtigsten Kriterien des Rennens.