Noch bevor die genauen Betriebskosten der unterschiedlichen Varianten des Stadtbahnprojekts zwischen Markgröningen und Remseck ermittelt sind, haben die Ratsmitglieder der betroffenen Kommunen ein klares Votum abgegeben. In Ludwigsburg befürworten die Gemeinderäte ganz klar eine Stadtbahn mit Niederflurfahrzeugen, die sich ins barocke Stadtbild besser integrieren lässt. Die Gremiumsmitglieder in der Nachbarkommune Remseck dagegen sprachen sich eindeutig für die Alternative mit dem Hochflurfahrzeugen aus, deren Liniennetz ebenfalls zwischen Aldingen und Markgröningen verläuft, aber in Ludwigsburg auf die Verbindung vom Bahnhof nach Oßweil verzichtet.

Die Hochflur-Stadtbahn ließe sich in das Streckennetz der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) integrieren, die nur solche Fahrzeuge hat. Damit könnte auch die Betriebswerkstatt für die Wartung der Fahrzeuge, die in Aldingen steht, mitbenutzt werden. In diesem Fall würde die verlängerte SSB-Linie U 14 von Stuttgart kommend über Aldingen und Ludwigsburg im 15-Minuten-Takt nach Markgröningen fahren. Dort würde sie laut Stadtverwaltung vom Bahnhof über die Bahnhof- und die Graf-Hartmann-Straße mit einer Haltestelle an der VR-Bank und die Paulinenstraße auf den Festplatz verlängert. Die Bahnsteige für die Hochflurfahrzeuge sind etwa einen Meter hoch.

Die Markgröninger Gemeinderäte waren in ihrer jüngsten Sitzung der Ansicht, dass sich diese Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der SSB AG günstig auf die jährlichen Betriebskosten auswirken werde.

Die Ratsmitglieder konnten sich aber auch eine Stadtbahn mit Niederflurtechnik vorstellen, bei der die Bahnsteige nur etwa 50 Zentimeter hoch sind. Allerdings müssten die Fahrgäste dann in Aldingen in die Fahrzeuge der SSB AG umsteigen. Zudem müsste eine eigene Betriebshalle gebaut werden, die nach Meinung der Markgröninger Räte auf der östlichen Hälfte des Bahnhofgeländes ihrer Stadt stehen könnte. Die Niederflurfahrzeuge könnten auf ihrem Weg vom Markgröninger Bahnhof zum örtlichen Festplatz auch durch die Helenenstraße fahren. Die Ratsmitglieder sind froh, dass beide Stadtbahnalternativen in ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis so gut ausfallen, dass sie förderfähig sind. Die Räte erklärten, dass die Stadtbahn eine wichtige Möglichkeit der städtebaulichen Entwicklung im Ort darstelle und forderten Bürgermeister Rudolf Kürner dazu auf, die Untersuchungen im zuständigen Arbeitskreis "Stadtbahn Ludwigsburg" weiter aktiv voranzutreiben.

In dieser Arbeitsgemeinschaft mit Vertretern der beteiligten Kommunen, des Landkreises, der SSB AG und der VVS sowie des Landesministeriums für Verkehr und Infrastruktur werden zunächst die Kalkulationen der jährlichen Betriebskosten der unterschiedlichen Möglichkeiten mit Spannung erwartet. Wenn diese ermittelt sind, soll es im Herbst erneut zur Diskussion in den betroffenen Gemeinderäten kommen. In Markgröningen blicken die Verantwortlichen den Ergebnissen gelassen entgegen. "Wir haben für beide Systeme eine Trasse erkundet", machte der Fachbereichsleiter Technischer Service Klaus Schütze deutlich. Die Investitionskosten für die Niederflurtechnik wurden auf rund 200 Millionen Euro geschätzt, die für die Hochflurtechnik auf rund 150 Millionen Euro.