Markgröningen Prozess gegen Serieneinbrecher muss womöglich neu verhandelt werden

Markgröningen / BERND WINCKLER 25.06.2013
Vermutlich muss der Prozess gegen die beiden Markgröninger Serieneinbrecher neu verhandelt werden. Einer soll nämlich zu den Tatzeiten an einer paranoiden Schizophrenie gelitten haben und schuldunfähig sein.

Wende im Fall der beiden Markgröninger Serieneinbrecher. Das Ganze muss wohl vor dem Stuttgarter Landgericht ganz neu aufgerollt werden. Am Montag offenbarte sich der 38-jährige Angeklagte außerhalb der Hauptverhandlung erstmals seinem Verteidiger, dass er seit vielen Jahren psychisch schwer erkrankt sei. Das sei auch der Grund, warum er zu den Vorwürfen, er sei 2011 in einem Markgröninger Wohngebiet bei der Einbruchstour mit dem Hauptangeklagten dabei gewesen, nichts sagen könne. Wegen seiner psychischen Erkrankung habe er gar keine Erinnerung mehr.

Nach dieser selbst für den Verteidiger überraschenden Mitteilung ordnete die 17. Strafkammer am Landgericht einen unverzüglichen Stopp des Prozesses an und vertagte sich zunächst auf Mittwoch. Bis dahin wollen die Richter versuchen, einen psychiatrischen Sachverständigen ausfindig zu machen, der den Angeklagten eingehend untersucht. Man will sicherstellen, dass der Angeklagte diesen psychischen Defekt nicht einfach erfunden hat, um zum Beispiel eine mildere Strafe zu bekommen.

Sollte jedoch an der Krankheit etwas dran sein, müsste man das Verfahren von vorne beginnen, so der Verteidiger. Der 42-jährige Haupttäter hat bereits am letzten Verhandlungstag zugegeben, dass man zwölfmal im Großraum Stuttgart, dabei zweimal in Markgröningen in Einfamilienhäuser gehobener Ausstattung, eingebrochen war und eine fette Bar- und Sachbeute gemacht hatte (wir berichteten). In Markgröningen erbeutete das Duo vor allem Silberbesteck und Münzsammlungen. In einem Fall hatte das Duo sogar in Cannstatt ein ganzes Haus unter Wasser gesetzt, um Einbruchsspuren zu vertuschen.

Im neuen Verfahren, das allerdings nicht vor Herbst dieses Jahres stattfinden könnte, soll dann über die mögliche Unterbringung des erkrankten Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus entschieden werden, falls der Staatsanwalt die Ansicht vertritt, dass der Mann im krankhaften Zustand weitere ähnliche Taten begehen könnte und gefährlich für die Allgemeinheit ist. Ob nun am Mittwoch weiterverhandelt wird, ist noch offen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel