Schon vor der „German Pink Floyd Tribute Show“ mit der Band Planet Floyd im Prisma in Freiberg wurde heftig auf Facebook darüber diskutiert, ob es überhaupt einer Coverband bedarf, die die Hits von Pink Floyd spielt. Tatsächlich war „The Wall“ aus dem Jahre 1979 das letzte gemeinsame Studioalbum von David Gilmour (Gitarre), Nick Mason (Schlagzeug), Roger Waters (Bass) und Richard Wright (Keyboards.).

Danach fiel die Gruppe auseinander, Wright verstarb 2008 an einem Krebsleiden und damit ist eine Reunion nicht mehr möglich. Diese Lücke schafft ein Stück weit Platz für Tribute-Bands wie die The Australien Pink Floyd Show, Echoes, Pulse und eben Planet Floyd. Man sei jedoch keine Coverband, betont Gitarrist Rainer Schäfle im Gespräch vor den Konzert. „Unsere  Tribute Show hat etwas mit Respekt und Ehrerbietung gegenüber der Musik von Pink Floyd zu tun, wobei wir uns kleine Freiheiten herausnehmen.“

Im ersten Teil des ausverkauften Konzerts im Freiberger Prisma zeigt Planet Floyd mit den Klassikern „Money“, „Time“ und „Wish You Were Here“, bei dem das Publikum lautstark mitsingt, dass man die DNA des Pink-Floyd-Sounds in sich trägt. Vor der Pause spielt die Band „Another Brick In The Wall“ Part 1 bis 3, bis zu diesem Zeitpunkt ist auch die Rollenverteilung auf der Bühne klar.

Im Zentrum steht Sänger und Gitarrist Mario Gebhardt, an diesem Abend leicht beeinträchtigt durch eine Erkältung, der durch das Vocal-Trio mit Sandra Vine, Nancy McAnally und Katja Richter unterstützt wird. Ihm zur Seite stehen Lead-Gitarrist Rainer Schäfle, Bassist Timo Baßermann, Schlagzeuger Kevin Pohlschneider und Keyboarder Hartmut Jung. Mit Peter Zisler, Saxofon und Querflöte, hat sich die Band einen Vollblutmusiker auf die Bühne geholt, der „Money“ und „Us And Them“ den richtigen Schliff gibt.

Ehrerbietung erfüllt

Im zweiten Teil versinkt Planet Floyd dann ganz und gar in der weiten Musikwelt von Pink Floyd und nimmt das Publikum mit. Schwere Akkorde mit harmonischen Melodiebögen die sich zu monumentalen und endlos gelassenen Klangbildern erstrecken. Deutlich wird dies bei „One Of These Days“, bei dem Bassist Baßermann und Gitarrist Schäfle zur Hochform auflaufen, spätestens hier hat Planet Floyd die Ehrerbietung zu 100 Prozent erfüllt.

Beachtlich auch die visuelle Einspielung auf einer, wenn auch zu kleinen Leinwand. Zu „Pigs“ sieht man Hitler bei einer Rede und die apokalyptischen Bilder von Hieronymus Bosch. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt ist „The Great Gig In The Sky“, bei dem das Vokal-Trio ganz große Klasse zeigt und womit die Band zum Schluss nahtlos mit „Us And Them“, „Any Colour You Like“, „Brain Demage“ und dem tiefsinnigen „Eclipse“ die Musik des Albums „Dark Side Of The Moon“ zelebriert. Ein Werk, das bei seinem Erscheinen in der deutschen Musikpresse wenig Anerkennung fand und erst in den letzten Jahren seinen Kultstatus erreicht hat.

Begeistertes Publikum

Als Zugabe spielt Planet Floyd in Freiberg „Shine On You Crazy Diamond“ und das unkaputtbare „Comfortably Numb“. Die Band hinterlässt nach drei Stunden ein begeistertes Publikum, das nicht jeden Ton mit dem Original verglichen hat. Puristen haben das Freiberger Prisma schon vor dem Schlussapplaus verlassen.