Rund 70 Gäste feierten am Samstag mit den Preisträgern und der Stiftung der Diakoniestation Bietigheim-Bissingen die Verleihung des Pfarrer-Mickler-Pflegepreises 2019 im  Bietigheimer Rathaus.

OB in der Schürze

Bei einem ausgiebigen Spätfrühstück mit Kaffee und einem Empfangssekt, bei dem 1826,50 Euro gespendet wurden, kamen die Gäste sowie Pfarrer und Vorstandsvorsitzender Thomas Reusch-Frey, Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Ehrengast Hartmut Engler zusammen, um den Pflegeberuf mit dem diesjährigen Preis zu ehren. Das Team der Stiftung für die Diakoniestation kümmerte sich engagiert und liebevoll um alle Gäste. Auch OB Kessing ließ es sich nicht nehmen eine Schürze anzuziehen und heißen Kaffee auszuschenken. Unter den Gästen waren auch der Sohn von Pfarrer Erwin Mickler, Gottfried, mit Frau und Tochter.

Der Preis ist nach Erwin Mickler, dem Gründer der Bietigheim-Bissinger Diakoniestation benannt. Er war es auch, der maßgeblich dazu beitrug, dass es die Diakoniestation in der jetzigen Form gibt. Mit dem Preis wolle die Stiftung der Diakoniestation die Aufmerksamkeit auf diejenigen lenken, die täglich in der Pflege unermessliches leisten und für das Wohlergehen pflegebedürftiger Menschen sorgen.

Geehrt wurde zunächst die Krankenschwester Margot Tonat, die seit 1985 für die Bietigheimer Diakoniestation tätig ist. „Wenn sie zur Tür reinkommt, scheint die Sonne“, so Kessing in seiner Laudatio. Das Besondere an Tonat käme aus ihrer Wertschätzung jedem einzelnen gegenüber, entsprungen aus ihrem christlichen Glauben. „Das verleiht den Patienten Würde und zeugt von großem Respekt“, so Kessing. Nicht nur dem Beruf der Pflege sondern auch der Ausbildung junger Menschen widme sich Margot Tonat mit Hingabe. „Sie bringt ihnen die Schönheit dieses Berufs näher.“

Der Preis wurde der Krankenschwester verliehen „wegen ihrer engagierten und kompetenten Pflege und wegen ihrer Verantwortung und großen Kompetenz in der Ausbildung junger Fachkräfte.“ Mit Freude nahm Tonat den Preis in Form eines Kunstwerkes an. „Ich war sehr überrascht, als ich den Brief bekam, in dem mir die Verleihung des Preises angekündigt wurde“, so Margot Tonat in ihrer Dankesrede. „Ohne das Team der Diakoniestation wäre das aber nicht möglich gewesen.“

Ein weiterer Preis ging nicht an eine einzelne Person, sondern gleich an eine Gruppe von 40 Menschen. „Insgesamt 23 Bewerbungen gingen bei uns ein“, so Reusch-Frey. „Eine davon war sehr besonders und hat uns beschäftigt.“ So habe sich die Jury entschlossen einen Sonderpreis zu vergeben.

Dieser ging am Samstag an das Team der Intensivstation 1D des Krankenhauses Bietigheim. „Ein Team von 40 Engagierten mit unterschiedlichen Berufen und Aufgaben, insgesamt 35 Frauen und fünf Männer, versorgen 14 Betten auf der Station“, erklärt Pfarrer Reusch-Frey in seiner Laudatio.

„Es geht bei diesem Preis auch um die Anerkennung der Pflege ganz allgemein. Damit das, was oft selbstverständlich ist und im Verborgenen geleistet wird, ans Tageslicht kommt.“ Das Team zeichne sich dadurch aus, dass es ein vorbildliches Miteinander gibt. Gerade die Intensivpflege sei sehr komplex und könne eben nur im Team geschehen. Sowohl für Kollegen als auch – vorrangig – für die Patienten, seien die Pfleger und Pflegerinnen immer da. Stellvertretend für das gesamte Team der Intensivstation 1D nahm der Bereichsleiter der Pflege, Thomas Stengel, den Preis in Form eines Bildes und eines Geldbetrags entgegen.

Pflegeberuf wichtig

Überreicht wurden beide Preise von Pur-Sänger Hartmut Engler. „Der Pflegeberuf ist enorm wichtig“, so der Bietigheimer. „Ich bin heute sehr gerne hier, denn ich finde es wichtig den Fokus auf diesen Beruf zu halten.“

Dass zwei besondere und einzigartige Kunstwerke als Preise überreicht wurden, sei eine bewusste Entscheidung gewesen, so Pfarrer Reusch-Frey. „Es ist einfach um einiges ausdrucksstärker, als ein Eurobetrag. Wir möchten den Pflegeberuf einfach gerne angemessen würdigen.“ Die Figur, die  Krankenschwester Margot Tonat überreicht wurde, ist ein Werk der Bietigheim-Bissinger  Bildhauerin Uli Lüth, die ebenfalls an den Feierlichkeiten teilnahm. „Die Figur trägt den Titel ‚Zuwendung’. Und das ist das, was die Pflege täglich leistet“, so Pfarrer Thomas Reusch-Frey.