Gericht Pappe weg wegen Drängeln

Ludwigsburg / Heike Rommel 23.08.2018

Das Ludwigsburger Amtsgericht hat einen 56-jährigen Lücken-Springer und Drängler zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu jeweils 20 Euro sowie zu drei Monaten Fahrverbot verurteilt. Der Führerschein wurde dem Drängler ebenfalls abgenommen. Grund für die Strafe ist Nötigung im Straßenverkehr auf der Autobahnn Gemarkung Freiberg, und das mitten im Feierabend­verkehr.

Dass wegen Drängelns, Lichthupe geben und Lücken-Springens am 18. Oktober letzten Jahres gegen 16.40 Uhr ein Unfall passiert ist, ergaben schon die Gerichtsakten und die Ermittlungen der Polizei bei der Unfallaufnahme im letztes Jahr. Menschen wurden keine verletzt, es entstand aber Sachschaden an zwei Fahrzeugen: Am Wagen des Angeklagten lediglich etwa 2000 Euro, am Wagen des vermeintlich Geschädigten jedoch rund 7000 Euro – was einem wirtschaftlichen Totalschaden entspricht. Beide Männer waren zum Tatzeitpunkt in Mittelklasse-Fahrzeugen unterwegs.

Geschädigter nicht anwesend

Der Geschädigte konnte allerdings als Zeuge nicht vor Gericht erscheinen, weil er erneut einen Unfall gebaut hat. Der Beschuldigte wiederum brachte seinen Sohn als Entlastungszeugen mit, welcher anführte, er hätte mit seinem Vater dringend zu einer Beerdigung fahren müssen. Beim rechts und links Überholen und ohne genügend Abstand zu halten sowie teilweise auf gleicher Höhe nebeneinander fahrend, hatten beide Unfallbeteiligten keine Chance auf eine rechtzeitige Bremsung.

Angaben in der Beweisaufnahme brachten Strafrichterin Verena Sennwitz Augenzeugen, die am Unfalltag hinter dem Angeklagten unterwegs waren. Sie gaben unter anderem an: „Da war es richtig heftig knapp und die Lücke für einen Fahrspurwechsel war viel zu eng“.

Einer der Augenzeugen hielt an, um nachzuschauen, ob jemand verletzt wurde. Dieser Zeuge hatte den Eindruck, dass sich die beiden Unfallbeteiligten während der Fahrt „einen Disput“ geliefert hätten, „bis die Fetzen flogen“, sagte er vor Gericht aus. In diesem Fall meinte selbst der Verteidiger des Angeklagten: „Rechts überholen – nicht gerade glücklich.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel