Osmanen Osmanen-Chef kommt frei und bleibt in Haft

Kreis Ludwigsburg / Bernd Winckler 27.07.2018

Überraschung im Osmanen-Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht. Nachdem bekannt wurde, dass der in die Türkei geflüchtete Vize-Präsident der Rockergruppe alle Schuld hinsichtlich der angeklagten Mordversuche auf sich nimmt und dies sogar im Stuttgarter Zeugenstand beeiden will, macht die Staatsanwaltschaft einen Rückzieher: Oberankläger Dr. Michael Wahl hat die Freilassung des Hauptangeklagten Mehmet Bagci beantragt. Die Strafkammer folgte dem Antrag. Der Haftbefehl wurde gegen Auflagen und gegen Sicherheitsleistung außer Vollzug gesetzt.

Mehmet Bagcis freudige Miene noch im Stammheimer Gerichtssaal änderte sich allerdings schlagartig, nachdem er den Beschluss zu Ende gehört hatte: Keine Freilassung. Es besteht ein „Überhaftbefehl“ des Landgerichts Darmstadt. Dort wird ihm in einer Nachtragsanklage bandenmäßiger Diebstahl mit anderen Osmanen-Mitgliedern vorgeworfen. Stuttgarts Kammervorsitzender Joachim Holzhausen sagt, man müsse sich noch an diesen Überhaftbefehl halten. Immerhin handelt es sich bei den Vorwürfen um schwere Straftaten – und die Staatsanwaltschaft Darmstadt ist derzeit noch nicht gewillt, den Osmanen-Weltpräsidenten ebenfalls frei zu lassen. Bagcis Entlastungszeuge in Sachen Ludwigsburger Mordversuch und Körperverletzung, sowie Waffen und Drogenhandel wird Mitte August aus der Türkei in Stuttgart erwartet. Der Mann hat vom Innenminister freies Geleit zugesagt bekommen, obwohl er als Mitangeklagter gilt. Über die mögliche Aufhebung von Bagcis Darmstädter Haftbefehl soll erst am 13. August entschieden werden.

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