Eine Sanierung ist nichts, was man aus dem Hut zaubert. Das dauert über Jahre“, sagte Bürgermeister Volker Godel am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung in Ingersheim. „Wir haben jetzt erst die Grundlage, dass es weitergehen kann mit dem Sanierungsprogramm.“

Gemeint ist die geplante Sanierung der Ortsmitte im Bereich zwischen Hindenburgplatz, Kirchgasse, Pleidelsheimer Straße und Tiefengasse. Auf Grund von Erbfolgen haben sich jetzt erst Perspektiven ergeben, mit dem vorhandenen Areal eine städtebauliche und architektonische Untersuchung ausarbeiten zu lassen. Damit wurde das Büro kpe Kommunale Projektentwicklung beauftragt. Architekt Emil Heller informierte den Gemeinderat über die Vorgehensweise. Es werde eine Machbarkeitsstudie erstellt, die die Rahmenbedingungen des zu sanierenden Gebietes bewerte und analysiere und daraus Konzepte entwickelt, die die Grundlage für weitere Maßnahmen bilden.

Bei der Ortsmitte in Ingersheim seien besondere Herausforderungen gegeben: die Lärmentwicklung der Durchgangsstraße, schmale Grundstücke, gewachsene Strukturen und eine extreme Topografie. „Es gibt in diesem Bereich bereits Sanierungserfolge, aber auch noch Missstände“, sagte Architekt Heller. Dies alles fließe in die Studie mit ein und hänge auch von dem möglichen Erwerb weiterer Grundstücke ab. Ein, zwei weitere Grundstückserwerbe würden mehr Möglichkeiten erlauben, so Bürgermeister Godel. Die aus der Analyse entstehenden Konzepte seien die Diskussionsgrundlage für weitere Maßnahmen.

Ursula Heinerich (CDU) merkte an, dass man sich „sorgfältig mit dem Thema auseinandersetzen muss“, denn die Neugestaltung werde den Ortskern für die nächsten Jahrzehnte prägen. Thorsten Majer (SPD) begrüßte, dass es jetzt weitergehe mit der Neugestaltung der Ortsmitte: „Es wird höchste Zeit, dass wir vorankommen und dafür ein Signal setzen.“ Für Jürgen Fleischmann (FWG) ist auch die Umgebung der Aussegnungshalle wert, gleich mit in die Überlegungen einer Neugestaltung einbezogen zu werden. Christoph Leibrechts (FDP) Anfrage nach dem Erhalt denkmalgeschützter Gebäude beantwortete Emil Heller von kpe damit, dass es mit zu den Maßnahmen gehöre, dahingehend genau zu recherchieren.

Bürgermeister Volker Godel wies darauf hin, dass eine Verlängerung des Bewilligungszeitraumes, der im April 2020 auslaufe, inzwischen für zwei weitere Jahre bis 2022 beantragt worden sei. „Wir können erst jetzt nach dem Erwerb der Grundstücke durch Erbfolge richtig agieren, das wäre bisher nicht möglich gewesen.“

Mit ersten Ergebnissen der Analyse durch kpe Kommunale Projektentwicklung sei ab Frühjahr 2020 zu rechnen, die dann im Gemeinderat vorgestellt werden. Volker Godel hofft, dass auch die Anregung für ein Ärztehaus für Fachärzte mit in die Konzeption zur neuen Ortsmitte aufgenommen werden kann.

„Natürlich haben wir jetzt eine gewisse Erwartungshaltung an kpe“, so sein Fazit, „aber wir sind auf einem guten Weg für weitere Schritte.“