Tamm Optik der neuen Ortsmitte ist noch offen

Tamm / Michaela Glemser 13.06.2018

Die neue Ortsmitte in Tamm hat mit Rathaus und Bürgersaal in der Vergangenheit ihre Optik deutlich verändert. Nicht mit diesem Wandel Schritt gehalten haben die Gebäude im Quartier zwischen der Haupt-, der Jakob- und der Zeppelinstraße gegenüber dem Neuen Rathaus. Deshalb haben die Gemeinderäte schon 2014 das Sanierungsgebiet „Zehnthof“ um besagtes Areal erweitert, um vorhandene städtebauliche Missstände beseitigen und eine umfassende Neuordnung herbeiführen zu können. Der verantwortliche Ingenieur und Planer Michael Kerker vom Ludwigsburger Büro KMB hat dafür ein Konzept erarbeitet, das er in der jüngsten Sitzung am Montagabend den Tammer Gemeinderäten vorstellte.

Die Gebäude in der Hauptstraße 101 und 103 sollen abgebrochen und neu bebaut werden. In einem ersten Entwurf hat Planer Michael Kerker ein Gebäude mit drei Vollgeschossen und einem zurückgesetzten Staffelgeschoss vorgesehen. Auch eine rückwärtige Bebauung mit weniger Geschossen soll es geben. Angedacht sind neben der Nutzung für Wohnungen auch Gewerbe- und Praxisräumlichkeiten, eventuell sogar ein Ärztehaus.

Die vorgesehenen zwei Stellplätze pro Wohneinheit werden in einer Tiefgarage untergebracht, die aus topografischen Gründen über die Hauptstraße erschlossen werden soll. Zudem soll es vier oberirdische Stellplätze geben, die über die Zeppelinstraße angefahren werden. „Mit der Höhe des Komplexes an der Hauptstraße orientieren wird uns am Volksbank-Gebäude. Vorne wird es eine Bruttogeschossfläche von 1000 Quadratmetern geben und hinten noch einmal 500 Quadratmeter. In der Tiefgarage gibt es 27 Stellplätze“, erläuterte Diplomingenieur Michael Kerker. Er wies ebenso wie Bürgermeister Martin Bernhard darauf hin, dass besagtes Gelände noch Erweiterungspotenzial besäße, sowohl bei der Tiefgarage als auch bei der Bebauung, da die Verantwortlichen der Kommune auch ein Auge auf die Grundstücke in der Hauptstraße 99, 101 und 103 sowie in der Zeppelinstraße 2 geworfen haben, die vielleicht künftig noch erworben werden könnten.

Schon jetzt haben die Ratsmitglieder mehrheitlich beschlossen, dass ein Vorkaufsrecht für die nördliche Teilfläche des Grundstücks in der Zeppelinstraße 6 ausgeübt werden soll. Dies ist nötig, um die vier oberirdischen Stellplätze sowie einen Teil der Tiefgarage errichten zu können. Der Eigentümer des Grundstücks hatte der Gemeinde einen Kaufvertrag über die Veräußerung seines Grundstücks zu einem Preis von 690 000 Euro vorgelegt. Die Verantwortlichen der Kommune haben jedoch im gesamten Sanierungsgebiet ein Vorkaufsrecht, um die Planung ihrer städtebaulichen Ziele zu sichern.

Die Tammer Ratsmitglieder standen einer Bebauung des Areals grundsätzlich positiv gegenüber. „Der Bestand entspricht nicht dem einer neuen Ortsmitte. Ich finde diesen ersten Entwurf nicht schlecht, aber er kann nur der Beginn einer Diskussion sein. Wie die Endlösung tatsächlich aussieht, ist für mich noch offen“, erklärte Karin Vogt von den Grünen. Ihr Fraktionskollege Reiner Balko kritisierte abermals die Stellplatzforderung von zwei Parkplätzen pro Wohneinheit, die er immer noch für kritisch hielt. Auch die anderen Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass dieser Vorschlag einer Bebauung noch diskutiert werden müsse, und die konkrete Planung sich erst ergeben müsse.

„Ich will mich beim Aussehen der Bauten noch nicht festnageln. Ich halte die Höhe des Volksbank-Gebäudes für zu massiv. Auch bei den vier Geschossen will ich mich noch nicht festlegen“, sagte Sandra Weber von der Liste Lebenswertes Tamm (LLT).

Sonja Hanselmann-Jüttner von der SPD hielt es für fraglich, ob tatsächlich ein Ärztehaus verwirklicht werden sollte, da dies in anderen Kommunen nur wenig erfolgreich sei. Bürgermeister Martin Bernhard machte deutlich: „Dieser erste Entwurf ist nur ein Einstieg in die Planungsphase. Alles andere wird sich noch ergeben.“ Die Gemeinderäte stimmten der Konzeption von KMB bei zwei Enthaltungen dennoch zu.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel