Kreis Ludwigsburg Online-Banking findet immer mehr Anhänger

 
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Kreis Ludwigsburg / GÜNTHER JUNGNICKL 05.03.2016
Volksbanken und Sparkassen sind stolz auf ihr dichtes Filialnetz, doch der Kostendruck und ein verändertes Kundenverhalten zwingt sie zur verstärkten digitalen Aktivität: Online-Banking.

Roman Glaser, der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) in Stuttgart ist stolz auf die Fülle von Volks- und Raiffeisenbanken in der deutschen Bankenlandschaft. Dennoch räumt er ein, dass die Zahl der eigenständigen Institute in den vergangenen 45 Jahren rückläufig war: Bundesweit von 7100 im Jahr 1970 auf inzwischen gut 1000. Alle in der Regel durch Fusionen. Jedoch auch das Filialnetz ist um rund ein Drittel geschrumpft: Von 18.300 auf 12.500. "Wir bieten aber immer noch das dichteste Filialnetz aller Banken an", sagt er. An dem bewährten Geschäftsmodell, das auf Nähe und persönliche Ansprache beruht, ändere sich nichts.

Ähnlich reagiert auch die Kreissparkasse Ludwigsburg, die mit ihrer Bilanzsumme seit Jahren einen Spitzenplatz unter den kommunalen Banken Deutschlands einnimmt. "Wir sind mit über 100 Filialen in der gesamten Fläche des Landkreises präsent", weiß Vorstandssprecherin Isabel Kurz. Und dabei soll es auch bleiben.

Machen Fusionen Volksbankfilialen überflüssig oder zwingt der enorme Kostendruck aufgrund der lang anhaltenden Niedrigzinsphase, staatlicher Regulierungswut oder gar die Billig-Konkurrenz von Direktbanken die Genossenschaftler und die Sparkassen zu weiteren Filialschließungen?

Im Fall der jüngsten Volksbanken-Fusion im Kreis Ludwigsburg, an der die Volksbank Neckar-Enz (Sitz: Bönnigheim), sowie die Löchgauer, die Kirchheimer und die Ingersheimer Volksbank beteiligt sind, werden zwei Filialen geschlossen. Doch da schließt der größte Partner (die Volksbank Neckar-Enz) seine Filialen in Kirchheim und Löchgau, weil sie sich räumlich dort direkt neben den Dependancen der künftigen Fusionspartner befinden. Eine naheliegende Lösung. Dennoch räumt Präsident Glaser ein, dass es durchaus noch weitere Fusionen oder Filialschließungen geben könne, nur entscheiden darüber von Fall zu Fall die Mitglieder vor Ort selbst. Dass das Online-Geschäft zu solchen Einschränkungen zwingt, mag Glaser "so pauschal nicht sagen". Allerdings nutzte inzwischen auch eine Mehrzahl der Kunden der Genossenschaftsbanken das Online-Banking. Und deshalb werden digitale Zugangswege zur Bank permanent optimiert.

Eine umfassende digitale Angebotspalette bietet auch die Kreissparkasse Ludwigsburg an. Nicht nur die Website werde von Kunden für Information, Beratung und Abschluss rege genutzt, erklärt Isabel Kurz, sondern auch die Sparkassen-Apps. Zum Jahresanfang 2016 habe auch die neue Abteilung "Digitaler Vertrieb" ihre Arbeit aufgenommen. Einen rasanten Zuspruch gewann das Online-Banking: Waren es 2013 noch 95.000 Kunden, die den Computer zu Hause für ihre Überweisungen nutzten, so sind es inzwischen bereits 105.000 Teilnehmer.

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