Alle 39 Gemeinden und 540 000 Einwohner des Landkreises haben profitiert“, sagte Ludwigsburgs Landrat Dr. Rainer Haas bei der Präsentation des Geschäftsergebnisses der Kreissparkasse am Mittwoch. Haas ist Vorsitzender des Verwaltungsrats und spielte mit seiner Äußerung vor allem auf die 4,1 Millionen Euro an, die die Sparkasse 2018 über ihre Stiftungen dem Gemeinwohl hat zukommen lassen. In fast 800 Fällen sei geholfen worden. Fünf Stiftungen betreibt die Kreissparkasse mit einem Gesamtkapital 2018 von 29 Millionen Euro. „2019 werden es noch zwei Millionen Euro mehr“, sagte Haas.

So hat man unter anderem über die Stiftung Umwelt- und Naturschutz das Weidemanagement-Projekt „Wiederbeweiden - Landschaftsmanagement mit Biss im Bottwartal“. Von dem Projekt, dass erst kürzlich vorgestellt wurde, zeigte sich Haas besonders angetan. Mit Wasserbüffeln soll die Wiederbeweidung gelingen. Über zehn Jahre werde alle zwei Jahre evaluiert, wie erfolgreich das Wasserbüffel-Projekt ist, so Haas. Das Vorhabe zeige, dass die öffentliche Hand auch mal neue Wege gehe.

Daneben flossen 523 000 Euro in das Projekt „Trockenmauersanierung“, über die Stiftung „Jugendförderung, Arbeit und Soziales“ zudem 460 000 Euro in den Sport. „Dabei geht es vor allem um die Förderung des Breitensports“, erklärte Haas. 630 000 Euro schüttete die Stiftung „Kunst, Kultur und Bildung“ 2018 für ihren Bereich aus. Stapele man die 4,1 Millionen Euro Gesamtsumme in Ein-Euro-Münzen aufeinander würde der Turm mit 9,5 Kilometern Höhe sogar den Mount Everest überragen. „Ein schönes Bild“, sagte Dr. Heinz-Werner Schulte, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, und schob lachend nach: „Das machen wir natürlich nicht wirklich.“

Neben den Ausgaben der Stiftungen präsentierte Schulte auch die endgültigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 vor. Er sei „wirklich zufrieden“. Unter anderem weil die Bilanzsumme im Vergleich zu 2017 um 1,7 Prozent gewachsen sei. Auch das Gesamtvolumen konnte mit 10,55 Milliarden Euro (Vorjahr 10,37 Milliarden Euro) gesteigert werden. Steigende Werte verkündete Schulte auch bei den Kundeneinlagen, die von 6,91 auf 7,18 Milliarden Euro wuchsen., und beim Kreditvolumen, das sich von von 5,82 auf 5,92 Milliarden Euro verbesserte.

Eine besondere Erfolgsbilanz ist aus Sicht der Kreissparkasse, die im Mai 2017 gestartete Vorteilswelt. Dabei erhalten Sparkassenkunden, die bei ausgewählten Partnern im Einzelhandel mit ihrer Sparkassenkarte bezahlen Rabatte von einem bis zu fünf Prozent. Deutschlandweweit gibt es mehr als 4000 Partner, im Landkreis mehr als 140.  Seit dem Start vor zwei Jahren  hätten 56 000 Kunden eine Gutschrift erhalten. Die Gutschrift wird einfach auf das Konto gebucht. Insgesamt seien so  350 000 Euro ausgeschüttet worden.

„Für uns ist das ein guter Weg unkompliziert Werbung zu machen“, berichtete Ute Aßmus von der gleichnamige Naturtextilien-Firma in Ingersheim. Von Anfang an sei man dabei und freue sich darüber, dass von den Vorteilswelt-Nutzern 80 Prozent Stamm- und immerhin 20 Prozent Neukunden seien.

Ale eine „Win-Win-Situation“ bezeichnet auch Lewin Berner von Sioux die Vorteilswelt. Im Kampf gegen den Onlinehandel sei es wichtig ein solches regionales Netzwerk zu haben, denn man wolle ja das die Kaufkraft im Landkreis bleibe. Pro Jahr schütte man an Rabatten an die Kunden einen niedrigen Fünfstelligen Betrag aus, erklärte Berner weiter. Man können mittlerweile alle seine Einkäufe bei Vorteilswelt-Firmen erledigen. Schulte will weitere Partner gewinnen und in den nächsten Jahren die 200er-Marke knacken.

Die Sparkassen-Spitze ist männlich dominiert


Genau 1508 Mitarbeiter hat die Kreissparkasse, darunter 98 Auszubildende. Insgesamt 62 Prozent der Belegschaft ist weiblich, aber nur 19 Prozent der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. „Wir sind diesbezüglich noch nicht wo wir sein wollen“, sagte Schulte. Es gebe aber auch einfach weniger weibliche Bewerber für Führungspositionen. Eine Quote wolle man nicht einführen, weil immer noch die Eignung im Vordergrund stehen solle, so Schulte. fr