Breuningerland Nicht jeder sieht die Erweiterung positiv

Die aktuelle Fläche des Breuningerlands (Stand: November 2018). Geplant ist ein Anbau rechts des Haupteingangs.
Die aktuelle Fläche des Breuningerlands (Stand: November 2018). Geplant ist ein Anbau rechts des Haupteingangs. © Foto: Werner Kuhnle
Kreis Ludwigsburg / Heidi Vogelhuber 04.12.2018

Während die Ludwigsburger Stadträte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses den Bebauungsplan verabschiedet haben, zeigen sich die Nachbarkommunen unzufrieden: Das Breuningerland im Tammer Feld darf vermutlich nochmals erweitern, am heutigen Dienstag wird der Ludwigsburger Gemeinderat final darüber abstimmen. Für Bietigheim-Bissingen und Tamm entscheidet sich noch etwas anderes, nämlich ob die Nachbarkommunen eine gemeinsame Klage gegen die Erweiterung einreichen. „Wenn die Erweiterung beschlossen ist, prüfen unsere Anwälte, ob eine Klage Sinn macht und welche Chancen wir haben“, sagt Bietigheims Stadtsprecherin Anette Hochmuth auf Anfrage der BZ.

Vor fast zehn Jahren stellte die Firma Breuninger eine Bauvoranfrage zur Erweiterung des Einkaufszentrums im Tammer Feld. Die Verkaufsfläche sollte um 9800 Quadratmeter erweitert werden. Dies lehnte der Ludwigsburger Gemeinderat ab und verhängte eine Veränderungssperre für den Bereich Heinkelstraße Nord. 2010 formulierte der Gemeinderat, dass der Firma Breuninger „zum jetzigen Zeitpunkt“ kein Ausbau zugestanden werden könne, das Innenstadt-Sterben sei der Grund dafür. Zuerst müsse das Marstall-Center in Ludwigsburgs Innenstadt wiederbelebt werden, ehe man über eine Erweiterung im Tammer Feld nachdenken könne. Die Reaktivierung des Marstall-Centers ist durch den Betreiber des Breuningerlands, des Unternehmens ECE mit Hauptsitz in Hamburg, das sich auf Einkaufszentren spezialisiert hat, erfolgreich durchgeführt worden.

Vor fast genau einem Jahr stimmte der Gemeinderat Ludwigsburg einer Erweiterung im Tammer Feld dann doch noch zu, allerdings keiner Erweiterung der vorhandenen Verkaufsfläche, sondern ausschließlich der Gastronomie- und Dienstleistungsfläche. Konkret heißt das: Die Verkaufsfläche stagniert auf den bisherigen 42 000 Quadratmetern, die Gastronomiefläche steigt um 1800 auf 4800 Quadratmeter, ebenso die Fläche für Dienstleistungen, die um 700 auf 1700 Quadratmeter erweitert wird. Insgesamt entspricht dies einer zusätzlichen Fläche von 2500 Quadratmetern, die durch einen Anbau realisiert werden soll.

Parkhaus wird aufgestockt

Durch diesen aber fallen Parkplätze weg. Dies soll durch eine Aufstockung des bisher dreigeschossigen Parkhauses auf fünf Etagen ausgeglichen werden. Dadurch kommen 130 weitere Parkplätze hinzu. Insgesamt macht das 3100 Stellplätze. Diese definierte Obergrenze soll verhindern, dass das Einkaufszentrum die Innenstädte der umliegenden Kommunen schwächt.

Dieser Meinung sind Bietigheim und Tamm allerdings nicht, die „mit einem Bebauungsplan ohne Sortimentsbeschränkung nicht einverstanden“ sind, wie einer Stellungnahme der gemeinsam beauftragten Anwaltskanzlei zu entnehmen ist. Das Bebauungsplanvorhaben der Stadt Ludwigsburg sei gegenüber Bietigheim und Tamm „grob rücksichtslos, abwägungsfehlerhaft und rechtswidrig“, wird die Stadtverwaltung Ludwigsburg darin auch direkt angesprochen. Zum Schutz der Nachbarkommunen fordern die Gemeinden eine Sortimentsbeschränkung, sowohl für den bereits vorhandenen Bestand, als auch für die Erweiterungsflächen, da befürchtet wird, dass die geplanten Erweiterungsflächen im Bereich Gastronomie und Dienstleistung in den geplanten Neubau verlegt, und so im Bestandsbau doch neue Verkaufsflächen generiert werden könnten. Eine solche nachträgliche Sortimentsbeschränkung lehnt die Stadt Ludwigsburg allerdings ab.

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