Treppe oder Aufzug? Letzterer ist bequem, kann Zeit sparen und ist für immobile Menschen ein unerlässlicher Alltagshelfer. Doch vor Kurzem sackte ein Fahrstuhl in Kornwestheim ab. Zwei Senioren trugen leichte Verletzungen davon. Wie ist es um die Fahrstühle in Bietigheim-Bissingen bestellt? Die BZ hat sich umgehört.

Aufzüge müssen regelmäßig gewartet werden. Die Intervalle und Inhalte der Prüfungen sind durch die Betriebssicherheitsverordnung und die Technischen Regeln für Betriebssicherheit vorgegeben, erklärt der TÜV Süd. Bei Aufzügen mit Personenbeförderung gibt es alle zwei Jahre eine Hauptprüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle, zudem findet zwischen zwei Hauptprüfungen eine Zwischenprüfung statt. Dabei werden sicherheitsrelevante Komponenten wie Tragseile, Schachttüren und Türverschlüsse oder Notrufeinrichtungen überprüft.

„Wir hatten bisher keine Probleme und auch Vandalismus ist kein Thema bei den Aufzügen im Kronenzentrum“, erklärt Stefan Benning vom Kultur- und Sportamt der Stadt. Die beiden Glasaufzüge im Gebäude am Kronenplatz werden regelmäßig gewartet und überprüft.

Auch das Parkhaus am Bahnhofsplatz fällt in die Verantwortung der Stadtverwaltung. Der Aufzug dort wird alle zwei Tage von der Verwaltung kontrolliert. „Phasenweise gibt es aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Bahnhof erhebliche Verunreinigungen der Aufzugkabine. Die Anlage ist technisch immer auf dem aktuellsten Stand, da regelmäßig außer Schadensbehebungen auch Wartungen und Überprüfungen durchgeführt werden“, erklärt Claudia Schneider vom Presseamt der Stadt. Im Störfall sei die beauftragte Firma innerhalb weniger Stunden vor Ort.

Im Sky Hochhaus der Bietigheimer Wohnbau befinden sich zwei Aufzüge. Sie sind mit der neuesten Technik ausgestattet. Einer ist ein „Feuerwehraufzug“: Durch Überdruck kann dieser im Notfall auch rauchfrei gehalten werden. „Technische Mängel können in Bezug auf den Fahrkomfort und die Elektronik immer vorkommen. Wir schließen immer sofort Wartungsverträge ab. Somit ist eine regelmäßige Wartung gewährleistet“, erklärt Sabrina Peer von der Bietigheimer Wohnbau.

Die häufigste Störquelle sei jedoch der Nutzer selbst: Meist bei Lieferungen und Umzügen werden die Türen mechanisch offengehalten. Dies bringe die Steuerung durcheinander und führt zu Störungen. Ein Absacken des Aufzuges wie in Kornwestheim, der um einen knappen Meter abfiel, sei noch nicht vorgekommen. „Sollten alle Systeme versagen, steht der Aufzug nach spätestens 20 bis 30 Zentimetern, lautet die Aussage des Herstellers“, so Sabrina Peer.

„Da es bei Aufzugsanlagen mehrere Antriebsarten gibt, gibt es auch verschiedene Arten von Absturzsicherungen. Bei Treibscheibenaufzüge gibt es eine Absturzsicherung, die über ein Stahlseil mit dem Geschwindigkeitsbegrenzer verbunden ist. Der Geschwindigkeitsbegrenzer ist auf eine bestimmte Auslösegeschwindigkeit eingestellt. Kommt es zu einer überhöhten Geschwindigkeit des Fahrkorbs, blockiert der Geschwindigkeitsbegrenzer“, erklärt Dr. Thomas Oberst vom TÜV Süd.

Für öffentliche und private Fahrstühle gelten die gleichen Bestimmungen für Wartung und Sicherheit. Der TÜV Süd führt im Jahr rund 180 000 Haupt- und Zwischenprüfungen an Aufzugsanlagen in ganz Deutschland durch.

Die Bahn war zu einer Auskunft bezüglich der Aufzüge in Bietigheim-Bissingen nicht bereit. Der Aufzug in Kornwestheim sei kein Aufzug der Bahn gewesen und daher wolle man mit diesem Thema auch nicht in Verbindung gebracht werden, so die Auskunft des Pressezentrums Baden-Württemberg.