Gemeinderat Neues Baugebiet in Tamm: Alles eine Frage der Größe

Zwischen Holzweg und der bestehenden Bebauung in der Calwer Straße soll ein vier Hektar großes Baugebiet entstehen.
Zwischen Holzweg und der bestehenden Bebauung in der Calwer Straße soll ein vier Hektar großes Baugebiet entstehen. © Foto: Werner Kuhnle
Michaela Glemser 30.11.2016

In ihrer jüngsten Sitzung haben die örtlichen Gemeinderäte der Änderung des gültigen Flächennutzungsplans für das neue, rund 3,8 Hektar große Baugebiet zwischen dem Holzweg und der bestehenden Bebauung in der Calwer Straße nur mehrheitlich zugestimmt. Aus den Reihen der SPD-Fraktion war wie schon im Technischen Ausschuss vor einer Woche Kritik an der Arrondierung des Ortsrands zu hören. Die SPD-Gemeinderäte wünschten sich eine kleinere Fläche für das neue Baugebiet. Die Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung entgegneten, dass bei dem für das neue Baugebiet im Flächennutzungsplan vorgesehenen Areal auch die möglichen Ausgleichsflächen berücksichtigt seien.

Auch die Mitglieder der Liste Lebenswertes Tamm (LLT) bemängelten die Größe des Baugebiets. Sie forderten, dass andere für die Wohnbebauung angedachte Flächen im Flächennutzungsplan entsprechend reduziert werden müssten. Ortsbaumeisterin Edda Bühler wies darauf hin, dass dies nicht möglich sei, da es sich um eine Fortschreibung des Flächennutzungsplans handele und viele ausgewiesene Gebiete inzwischen längst bebaut seien.

Schließlich beschlossen die Tammer Gemeinderäte mehrheitlich die Änderung des Planwerks der Verwaltungsgemeinschaft Bietigheim-Bissingen/Ingersheim/Tamm, das auf besagtem Areal teilweise eine Sport- sowie eine Landwirtschaftsfläche ausgewiesen hatte. Auch den Entwurfsbeschluss für den Bebauungsplan für das neue Wohngebiet haben die Gemeinderäte mehrheitlich gefasst.

Die Gemeinde Tamm und ihre Bauvorhaben

Neben dem neuen Baugebiet am Rande der Calwer Straße sind in Tamm noch drei weitere neue Wohngebiete in der Planung. So haben die Gemeinderäte einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Kernäcker III“ gefasst, in dem nach einem städtebaulichen Entwurf eines beauftragten Planungsbüros aus Stuttgart rund 78 Wohneinheiten vorwiegend in Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern vorgesehen sind. Die Realisierung des angrenzenden Gebiets „Kernäcker-Süd II“ liegt allerdings noch in weiter Ferne, da die Bereitschaft der betroffenen Eigentümer zur Mitwirkung bei einer Umlegung sehr strittig ist. Auch nördlich der Alleenstraße soll künftig gebaut werden. Gegen dieses neue, 13 Hektar große Wohngebiet regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative hat gegen eine zu dichte Bebauung dieses Areals 1142 Unterschriften gesammelt.