Löchgau Nah an den Städten und doch ländlich

Von Gemeinderat Heinz Schneider erfuhren die Neubürger Einzelheiten über die Seemann-Plastiken.
Von Gemeinderat Heinz Schneider erfuhren die Neubürger Einzelheiten über die Seemann-Plastiken. © Foto: Werner Kuhnle
SUSANNE YVETTE WALTER 24.06.2013
Einen Neubürgerempfang richtete jetzt die Gemeinde Löchgau für die Zugezogenen aus. Nach dem Willkommen im Rathaus gingen sie auf Erkundungstour durch ihren neuen Heimatort.

Manche Neubürger leben schon ein Jahr in Löchgau, andere erst wenige Monate. Beim Gang zu den markanten Punkten in der Gemeinde erzählten sie, was ihnen an ihrer neuen Heimat besonders auffällt - positiv und negativ.

Der geführte Bummel führte vom Rathaus hoch zur Kirche vorbei an den Kunstwerken des in Löchgau ansässigen Bildhauers Karl-Henning Seemann. Die Löchgauer Neubürger ließen sich von Gemeinderat Heinz Schneider Seemann-Plastiken wie den "Seilzieher" oder die "Kreuzigungsgruppe" vor der Peterskirche erläutern. Vielleicht wäre ihnen auch der topografische Punkt aus Metall am Fuße der Westportalseite der Kirche niemals aufgefallen, hätte Heinz Schneider sie nicht darauf aufmerksam gemacht. "An diesem Punkt wird die Höhenlage Löchgaus bestimmt, 260 Meter über dem Meeresspiegel", ließ er die Versammlung wissen.

Weiter ging es in Richtung Bürgergarten. Unterwegs erzählte Jörg Käferlein aus der Pfalz "aus dem schönen Zellertal", dass ihn die Liebe nach Löchgau geführt habe. Nach einem Jahr "Probewohnen" habe er sich zum Umzug entschlossen. "Ich habe ein Gesamtpaket übernommen, eine Frau mit zwei Kindern und eine Katze", schmunzelte er. Da musste erst mal getestet werden, ob das auch funktioniert. Besonders gefällt dem Pfälzer die malerische Lage, die Weinberge, die Besenwirtschaften, die Präsenz von Geschichte im Ort. Nicht ganz so leicht fällt ihm der Umgang mit dem Menschenschlag. "Mir fehlt ein bisschen die Offenheit, wie ich sie von uns zuhause her gewohnt bin", bekannte er.

Dominik Bannerth aus Unterriexingen bei Markgröningen kam aus ähnlichen Gründen nach Löchgau. "Meine Freundin lebt hier". Besonders mag Dominik Bannerth die schöne Kirche und die Einkaufssituation im Ort. Nur mit einem Laden ist er nicht zufrieden. "Ansonsten bekommen wir hier, was wir brauchen", betonte er. Margot und Felix Sedlmayr sind von gar nicht weit her aus Besigheim herübergezogen. Dennoch liegt ein gewaltiger Schritt hinter ihnen. "Im Zuge des Älterwerdens sind wir dem liebevoll-hartnäckigen Drängen unserer Tochter gefolgt, haben das Haus verkauft und haben uns hier eine Wohnung gekauft. Schon vorher waren wir oft in Löchgau gewesen bei unserer Tochter. Schon vor 20 Jahren hat sie angefangen, darüber zu reden, und jetzt endlich ist es real geworden", erzählte Margot Sedlmayr.

Auch Christiane Feil, die Frau von Bürgermeister Robert Feil, gehört zu den Neubürgerinnen im Ort. Während sich die Neubürger-Gruppe in der Kirche umsah, beschäftigte sie draußen im Sonnenschein ihren Sohn Tristan, zweieinhalb Jahre. Erst seit kurzem lebt sie in Löchgau und freut sich daher noch bewusst über die Vortreile, die ihr der Ort zu bieten hat: "Viel ländliche Atmosphäre, und trotzdem ist hier die Nähe zu den großen Städten, die schnell zu erreichen sind - besser geht es kaum. Man hat hier alles." Vorher lebte Christiane Feil in Billigheim, das "nicht so ein schöner, geschichtstträchtiger Ort" sei.