Schäden Nach dem Hagel Dellen zählen

Christian Standfest kümmert sich im Asperger Hagelschaden-Zentrum um Autos mit Hagelschaden.
Christian Standfest kümmert sich im Asperger Hagelschaden-Zentrum um Autos mit Hagelschaden. © Foto: Helmut Pangerl
Kreis Ludwigsburg / Bettina Nowakowski 27.07.2018

„Mancher Autobesitzer denkt, er habe nur ein paar kleine Dellen in der Motorhaube, aber dann sind es doch über 100 Einschläge, die man so mit bloßem Auge nicht erkennen kann“, weiß Daniela Bagaccin vom Hagelschaden-Zentrum Ulm. Das Hagelschaden-Zentrum arbeitet seit 25 Jahren deutschlandweit mit namhaften Versicherungen zusammen.

Temporäre Zentren

Nach einem Unwetter mit Hagelschlag werden Vor-Ort-Service-Stützpunkte eingerichtet, zu denen die Autofahrer von ihren Versicherungen zur Begutachtung eingeladen werden. Im Stützpunkt Asperg arbeitet das Hagelschaden-Zentrum mit der Württembergischen Gemeinde-Versicherung (WGV) aus Stuttgart zusammen. „Zum Hagelereignis am 4. Juli erhielten wir aktuell insgesamt 1791 Schadenmeldungen, davon sind 1543 Kfz-Hagelschäden“, hat Frank Folkert, stellvertretender Abteilungsleiter der Kfz-Schadenabteilung der WGV ermittelt. Für den Großteil der Fahrzeuge wurde eine Sammelbesichtigung in Zusammenarbeit mit dem Hagelschaden-Zentrum in der Gartenstraße 16 in Asperg organisiert. Die Aktion hat am 16. Juli begonnen. In den geplanten zwei Wochen werden zirka 1000 Fahrzeuge für die WGV begutachtet. Der Durchschnittsschaden liege bei 2000 Euro. Hagelschäden sind durch die Teilkasko-Versicherung abgedeckt.

Die temporär eingerichteten Stützpunkte sind organisatorisch durchgeplant. Mehrere Besichtigungsboxen nebeneinander sorgen für einen schnellen Ablauf. An die 100 Fahrzeuge am Tag werden von den Sachverständigen begutachtet. Dazu wird der Wagen zwischen blau-weiß gestreifte Trennwände gefahren. Zusammen mit einem so genannten „Dellenreflektor“ kann der Sachverständige anhand der Spiegelungen genau die wellenförmigen Krater vom Hagelschlag erkennen und auszählen. Allerdings umso besser, desto sauberer das Auto ist.

Nach der Begutachtung bekommen die Autobesitzer eine Kalkulation über die erforderlichen Reparaturkosten und können dann entscheiden, ob sie ihren Wagen gleich vor Ort durch das Technik-Team des Hagelschaden-Zentrums reparieren lassen oder ob sie sich die ermittelten Reparaturkosten auszahlen lassen möchten. Die Überweisungen werden direkt von den Mitarbeitern der WGV ausgeführt. Wenn die Reparaturkosten den Wert des Fahrzeugs übersteigen sollten, liegt ein Totalschaden vor. Dann ermittelt der Sachverständige den Wiederbeschaffungswert und den Wert, den das Fahrzeug in seinem beschädigten, nicht reparierten Zustand hat. Von der Versicherung wird der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts erstattet. „Wir haben hier vor Ort ein sehr positives Feedback“, so Joachim Steinetz, Chefsachverständiger der WGV.

Reparatur vor Ort

Die reibungslose Organisation mit dem Hagelschaden-Zentrum werde von den Versicherten sehr gern angenommen. Viele Versicherte lassen ihren Wagen gleich vor Ort reparieren. „Je nach Schadensaufkommen kann man grob sagen, dass pro 1000 Euro ein Reparaturtag gerechnet wird“, meint Daniela Bagaccin. Dabei werden mit einem speziell entwickelten Verfahren die Dellen entweder durch Herausklopfen oder Herausziehen beseitigt, so dass die Originallackierung möglichst unbeschädigt bleibt. Als besonderen Service bietet das Hagelschaden-Zentrum einen kostenlosen Ersatzwagen und einen Hol- und Bring-Service an. Außerdem können Autobesitzer, die nicht sicher sind, ob ihr Fahrzeug einen Hagelschaden hat, unabhängig von der Versicherung vorbeikommen und es kostenlos begutachten lassen.

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