Politik Nach 40 Jahren Kreistag: Manfred List hört auf

Seit 1979 sitzt Manfred List im Ludwigsburger Kreistag.
Seit 1979 sitzt Manfred List im Ludwigsburger Kreistag. © Foto: CDU Bietigheim-Bissingen
Bietigheim-Bissingen / Frank Ruppert 07.02.2019

„Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, sagt Manfred List, der ehemalige Oberbürgermeister Bietigheim-Bissingens (von 1975 bis 2004) zu seinem Ausstieg aus dem Kreistag. Seit 1979 gehört er dem Gremium an, doch für die Wahl am 26. Mai will er sich nicht mehr aufstellen. Das CDU-Urgestein erklärt der BZ: „In der Bibel steht irgendwo ,Alles hat seine Zeit’.“ Er werde in diesem Jahr 83 Jahre alt und wolle lieber von sich aus gehen, als dass er dazu gedrängt würde. „Es kommen Jüngere nach und das ist auch gut so“, sagt der ehemalige Schultes. Gleichwohl hätten ihn viele seiner Parteikollegen auch gebeten weiterzumachen.

Obwohl List schon so lange dabei ist, gehört er immer noch zu den aktiveren und streitbaren Mitgliedern des Gremiums. Noch im Herbst hat er eine flammende Rede für das Klinikum gehalten, als die Investitionen durch den Kreis in das ehemals kommunale Krankenhaus Bietigheim-Bissingens kritisiert wurden. „Ich bin ja durch den Kreistag auch im Aufsichtsrat der Kliniken“, sagt List dazu ganz selbstverständlich. Zu Beginn seiner Zeit als OB sei das Krankenhaus noch städtisch gewesen und gemeinsam mit dem damaligen Landrat habe er für die Gründung der Klininkengesellschaft gekämpft und schließlich auch gesorgt.

Mit der Entwicklung der Kliniken sei er zufrieden. Dass es Landrat Haas im aktuellen Haushalt nicht gelungen sei eine Rücklage für die Modernisierung der Häuser durchzusetzen, findet List nicht dramatisch. „Ich bin mir da mit Manfred Hollenbach (Frakionsvorsitzender der CDU im Kreistag, Anm. d. Red.) einig, dass die Überschüsse aus dem Kreishaushalt auch für die Kliniken verwendet werden“, sagt List und offenbart, dass er noch mitten in der Materie ist. Die 40 Jahre im Kreistag seien eine schöne Zeit gewesen in der man wichtige Dinge auf den Weg gebracht habe. Für seine Nachfolger gibt er mit auf den Weg, dass es in dem Gremimum in   den Jahrzehnten in denen er dabei gewesen ist, zwar immer mal wieder kontroverse Diskussionen gegeben habe, man sich aber stets danach noch die Hand geben konnte.

Dass sein Abschied fast mit dem des Landrats zusammenfällt, bedauert List: „Dr. Haas leistet gute Arbeit. Ich hätte mir gewünscht, dass es auf der Position mit Kontinuität weitergeht und das habe ich ihm auch gesagt.“ Für List selbst, der auch zehn Jahre im Landtag saß, ist nach dieser Amtsperiode Schluss mit aktiver Politik. „Aus der Kommunalpolitik halte ich mich ja schon heraus, und so werde ich das dann auch mit der Kreispolitik halten“. Das Interesse bleibe natürlich auch am aktuellen Geschehen. „Man kann das ja nicht einfach abstreifen wie ein Mantel, das wäre ja auch bedenklich“, sagt List. Wenn er gefragt werde, stehe er weiterhin natürlich mit Rat zur Seite, aber eben nicht mehr aktiv.

Der Rückzug aus dem Kreistag ermögliche ihm in Zukunft Sachen anzugehen, die trotz Ruhestand zu kurz gekommen seien. Da nennt er etwa das Lesen, seinen Garten und natürlich seine sechs Enkel. So ganz ohne Ehrenamt geht es für List aber nicht. Er ist Vorsitzender des Altenheim-Fördervereins Bietigheim-Bissingen. Der organisiere regelmäßig Veranstaltungen, bei denen List immer vorbeischaue. Außerdem laufe er regelmäßig und spiele Tennis mit ehemaligen Oberbürgermeister von Ludwigsburg, Hans Jochen Henke. Bei der Idee eines Doppels gegen die aktuellen Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Werner Spec muss List lachen: „Ich glaube Herr Kessing kommt eher von der Leichtathletik.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel