Mundelsheim Mundelsheim hat Pech mit der Ausschreibung

ROLAND WILLEKE 18.11.2015
Die Gemeinde Mundelsheim beteiligt sich gern an sogenannten Bündelausschreibungen, bisher mit Erfolg. Der jüngste Versuch, damit Geld einzusparen, endete jedoch enttäuschend.

Gute Erfahrungen hat die Gemeinde Mundelsheim bisher mit der Bündelausschreibung für den kommunalen Strombedarf gemacht. Es konnten immer günstige Strompreise erzielt werden. Deshalb wird sich Mundelsheim nach einem Beschluss des Gemeinderats auch an der kommenden Bündelausschreibung für die Strombelieferung in den Jahren 2017 und 2018 beteiligen.

Aber nicht immer geht die Rechnung der Gemeinde auf. Das musste Kämmerer Martin Braunbeck jetzt bei der Bündelausschreibung für die Entsorgung des Klärschlamms der Gemeinde erfahren. Im Juni, so Braunbeck gegenüber dem Gemeinderat, habe die Gelegenheit bestanden, sich an einer europaweiten Ausschreibung des Landkreises zur Klärschlammentsorgung der Kläranlagen im Landkreis zu beteiligen. In früheren Jahren, habe diese Ausschreibung immer günstige Preise erbracht. Der Mundelsheimer Kämmerer rechnete sich einen Kostenvorteil von bis zu 5000 Euro für seine Gemeinde aus.

Doch es kam anders. Der Preis des günstigsten Bieters lag mit 77,77 Euro pro Tonne nur um 41 Cent unter dem Preis, den Mundelsheim bisher bezahlt. Seit 1997 wird der Mundelsheimer Klärschlamm von einer Firma aus Remseck entsorgt, derzeit für 78,18 Euro pro Tonne. Da keine Gründe vorliegen, die Ausschreibung aufzuheben, muss Mundelsheim jetzt seinem langjährigen Entsorger kündigen und die Klärschlammentsorgung an den neuen Anbieter vergeben.

Martin Braunbeck zeigte sich vor dem Gemeinderat enttäuscht: "Wenn ich das gewusst hätte, hätten wir uns an der Ausschreibung nicht beteiligt." Kleiner Trost für den Kämmerer: Er hat inzwischen erfahren, dass der alte Anbieter, der sich auch an der Ausschreibung beteiligte, seine Dienste zu einem höheren Preis, als bisher von Mundelsheim bezahlt, angeboten hat.