Nachhaltigkeit und die Schonung der Umwelt spielen eine immer größere Rolle, vor allem in Unternehmen. So entscheiden sich unter anderem viele für eine Umstellung auf elektrobetriebene Autos. Auch zwei Bietigheimer Lebensmittelproduzenten wagten vor Jahren diesen Schritt.

Einer von ihnen ist Bäckermeister Frank Clement, Geschäftsführer der Bäckerei Clement, die seit über 50 Jahren in der Familie geführt wird. „Ich habe mich 2016 entschieden, mit meinem Geschäftswagen auf Elektro umzusteigen“, erklärt der Bäckermeister. „Seit 2018 nutzen wir außerdem einen sogenannten Streetscooter. Er hat eine super Ladefläche.“ In zwei bis drei Jahren sollen auch weitere, größere Wagen in Einsatz kommen. „Sobald das Leasing dafür abläuft, steigen wir da auch auf Elektro um.“

Clement weiß, dass es eine Vernunftsentscheidung war. „Wir haben uns überlegt: Welche Strecken fahren wir eigentlich? Ist ein großes Auto denn nötig?“. Aus ökologischen Gründen sei schnell klar geworden, dass kleinere, elektrobetriebene Wagen die sinnvollere Lösung seien. Die Umstellung war für den Bäckermeister ein interessanter Prozess. „Für viele Männer gehört zu einem Wagen eben das Motorengeräusch dazu. Das fehlt beim Elektro-Auto.“ Man müsse sich von Gewohnheiten lösen und im Kopf einen Schalter umlegen. „Mittlerweile merke ich, wie das Fahren in solchen Autos mich ein wenig entschleunigt. Es gibt keinen Lärm, nur ein Dahingleiten.“

Armin Häfele ist mit seiner Metzgerei vor etwa vier Jahren ebenfalls umgestiegen. „Momentan nutzen wir insgesamt drei Elektro-Pkw“, erzählt Häfele. Den ersten Schritt in diese Richtung machten seine Eltern mit ihrem Wagen. „Ich bin dann mit dem Auto gefahren und habe gemerkt, wie viel Spaß es macht. Vor allem ist die Beschleunigung genial.“ Abgesehen vom Anschaffungspreis seien Elektro-Autos nach Häfeles Meinung günstig zu betreiben und natürlich nachhaltiger.

Vom Pkw auf Lkw

„Spannend wird´s in Zukunft dann mit der Lkw-Umstellung“, so der Metzger. Der Betrieb nutze derzeit sieben Marktfahrzeuge mit Diesel, die es künftig in Stuttgart immer schwerer haben könnten. Ohne eine Sondergenehmigung kämen die Fahrzeuge schon gar nicht mehr in die Landeshauptstadt. „Anscheinend sollen erste Lkw-Modelle schon nächstes Jahr auf den Markt kommen“, schätzt Häfele. Die Umstellung sei für den Metzger und seinen Familienbetrieb keine große gewesen. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema sei im Voraus wichtig. „Es ist ähnlich wie mit einem neuen Smartphone: Man muss es aufladen, bevor man es nutzen kann. Daran muss man sich beim Auto erst gewöhnen.“

Daneben setzen beide Betriebe auch andere umweltschonende Maßnahmen um, weitere sind in Planung. Neben der neuen E-Ladesäule möchte die Bäckerei Clement demnächst eine Fotovoltaikanlage auf ihren Dächern installieren lassen und mehr auf Plastik verzichten. Der Betrieb arbeite bereits mit Energiezurückgewinnung und verzichte auf fossile Brennstoffe.

Die Metzgerei Häfele nutzt bereits Solarenergie und hat dieses Jahr eine neue Aktion eingeführt: Kunden, die beim Einkauf eigene Behälter mitbringen, erhalten zehn Prozent Rabatt. Diese Aktion solle im nächsten Jahr weiter ausgebaut werden.