Ingersheim / Philipp Stuiber

Zwei Stunden hielt  Thomas Wick  am Dienstag  im Ingersheimer Ratssaal einen Vortrag über das Projekt „Steinkauz-Streuobstwiesen“. Unter den rund 30 Gästen waren auch Bürgermeister Volker Godel und die Vorsitzende des Ingersheimer Obst- und Gartenbauvereins, Hilde Grabenstein. Nach einer kurzen Einführung in den erstmals 1987 tätigen Verein kam Wick schnell auf das eigentliche Konzept des Projekts zu sprechen. Als   Hauptziel nannte er den  Erhalt von heimischen Streuobstwiesen.

Die Wiesen, so der Referent, blieben in Privatbesitz, um Vereinsmitgliedern den Mehrwert des Grundstücks zu erhalten. Die  Wiesenbesitzer hätten außerdem die Freiheit, beliebig viel Obst an den Verein abzugeben, ohne ein festes Ernteziel zu haben. Die Besonderheit des Projekts, so Wick weiter, seien, neben dem normalerweise doppelten Marktpreis, zu dem der Verein seinen Mitgliedern ihr Obst abkauft, auch die Obstsäfte  – momentan hauptsächlich Apfel und Birne. Diese Säfte werden  ausschließlich aus bio-zertifizierten Früchten hergestellt. So übernehme der Verein auch die Kosten der Zertifizierung für seine Mitglieder.

Um als „Bio“ anerkannt zu werden, müssen die Streuobstwiesen nachweislich mindestens drei Jahre ungespritzt bleiben sowie frei von jeglicher Kontamination durch zum Beispiel synthetischen Dünger sein. Dies werde von einem dreiköpfigen Komitee sichergestellt, welches zur Prüfung jedes neuen Mitglieds entsandt wird. So will der Verein sicherstellen, dass der Saft ausschließlich aus natürlichem und sauberem Anbau stammt.

Weitere Vorteile der  Streuobstwiesen seien der Erhalt der  Insektenpopulation wie Schmetterlingen, Käfern und anderer Kleintiere. So rät der Referent auch von einer Monokultur ab, Vielfalt sei wichtig. Auch bieten die Bäume laut Wick einen natürlichen Lebensraum für verschiedene Vogelarten, darunter auch den Namensgeber des Verein – den Steinkauz.

Die Mitgliedschaft sei über einen einfachen Antrag zu erlangen und biete neben der besseren Bezahlung für das Obst auch andere Vorteile. Unter anderem Hilfe für weniger erfahrene Wiesenbesitzer und einen günstigeren Ankauf von neuen Bäumen für  Streuobstwiesen.

Als Fazit nannte Thomas Wick im Ingersheimer Rathaus zusammenfassend die vier wichtigsten Merkmale des Projekts: Den Erhalt der Streuobstwiesen, faire Bezahlung für abgeliefertes Obst, die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen auf den Wiesen und  die  Bio-Fruchtsäfte.

Abschließend hielt Bürgermeister Volker Godel eine kurze Ansprache, in der er den positiven Einfluss des Projekts betonte. OGV-Vorsitzende Hilde Grabenstein bedankte sich und tat ihre Zustimmung als Floristin zum Projekt ebenfalls kund.